Film: Dogville von Lars von Trier

Amerika in neun Kapiteln

Nicole Kidman, Harriet Andersson, Lauren Bacall, James Caan und Patricia Clarkson, dieses großartige Schauspielerensemble versammelt der dänische Regisseur Lars von Trier in seinem Meisterwerk „Dogville“. Ähnlich wie in einem reduziert inszenierten Theaterstück lässt von Trier die Protagonsiten seines Films auf einer leeren Bühne spielen, nur schemenhaft werden Kulissen und Requisiten angedeutet. Was am Anfang noch befremdlich wirkt, ist schon nach kurzem Zusehen ein tragendes und stilprägendes Element, durch welches die schauspielerischen Leistungen des Ensembles hervorgehoben werden.

Doch worum geht es inhaltlich? „Dogville“ ist eine amerikanische Kleinstadt zur Zeit der großen Depression. In diese isolierten Dorfgemeinschaft wird Grace (Nicole Kidman) aufgenommen, die sich auf der Flucht vor Gangstern befindet und um ihr Leben fürchten muss. Durch kleine Hilfsdienste und Gefälligkeiten versucht sich Grace in die Dorfgemeinschaft zu integrieren, bleibt jedoch eine Außenseiterin. Als die Polizei des Staates mit Fahndungsplakaten nach Grace sucht und eine Belohnung für ihre Festnahme ausschreibt, kippt die Stimmung. Grace wird zum Opfer der „gutmütigen“ Dorfbewohner…

Sicherlich wird so mancher Zuschauer durch die reduzierte Optik des Films anfangs abgeschreckt. Man muss sich schon auf diese spezielle Art des Kinos einlassen. Wer aber durchhält, vergisst nach wenigen Minuten die Andersartigkeit der Bilder und erlebt ein intensives Filmereignis, das in dieser Form in der Kinolandschaft einzigartig ist. Deshalb mein Tipp: „Dogville“ auf DVD besorgen und das Handy und die Türklingel für ein paar Stunden abschalten. Ich bin sicher, dass die Intensität der Bilder und der Geschichte auch noch nach Monaten in Erinnerung bleiben wird.


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