Film: The Kids Are All Right von Lisa Cholodenko

Zwei Kinder, zwei Mütter, ein Vater

Jules und Nic sind ein lesbisches Ehepaar und Eltern zweier fast erwachsener Kinder, welche das Produkt einer Samenspende desselben Spendervaters sind. Als die Kinder heimlich ihren biologischen Vater ausfindig machen, kommt es zu familiären Spannungen, gedankenlosen Affären und unvollendeter Landschaftsarchitektur.

Was sich in der inhaltlichen Zusammenfassung anhört, wie ein grenzwertig pointierter und ziemlich konstruierter Fernsehfilm, kommt auf der Leinwand leicht und mit überraschend viel Tiefgang daher. Regisseurin Lisa Cholodenko stellt weniger eine effektvolle Geschichte in den Mittelpunkt, sondern ist vielmehr daran interessiert, Charaktere zu entwickeln und Stimmungen einzufangen. So baut der Zuschauer schon nach wenigen Minuten die anfängliche Distanz zu den Protagonisten ab, versucht ihre einzelnen Beweggründe und Motivationen zu verstehen. Nach und nach entsteht so ein facettenreiches Panorama alltäglicher Situationen und sensibler Zwischentöne.

Dass „The Kids Are All Right“ in seiner Gesamtheit funktioniert, liegt allerdings nicht nur an der exzellenten Regie, sondern ebenfalls an den Hauptdarstellerinnen Annette Bening und Julianne Moore, die das lesbische Ehepaar mit großer Emotionalität und Intensität spielen. Für die Leistung des Ensembles gab es 2010 eine Einladung zur Berlinale, zwei Golden Globes (Beste Komödie/Beste Hauptdarstellerin) und vier Oscar-Nominierungen. Eine beeindruckende Bilanz für einen so leisen und stimmungsvollen Film aus dem Land des ansonsten so lauten Blockbuster-Kinos.


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