Die Evolution des iPhone 4S

Viele haben sich nach der gestrigen Präsentation des iPhone 4S gefragt: Warum kein iPhone 5? Wo ist der Fortschritt?

Obwohl die Daten des neuen iPhones auf der Höhe der Zeit sind, hat man aufgrund des unveränderten Designs den Eindruck, dass die Entwicklung nicht voran gegangen sei. Die oft angeführte Konkurrenz z.B. des Samsung Galaxy S II scheint hardwaretechnisch besser aufgestellt zu sein. Allerdings liegen beim 4S die Verbesserungen zugegebenermaßen gut versteckt im Inneren.

Dass das Gerät schneller ist und auch die Antenne verbessert wurde lassen wir mal unkommentiert, denn das geschieht sowieso von Generation zu Generation. Und die Hardware? Sie überflügelt die Konkurrenz nicht unbedingt, das Display ist sogar etwas kleiner. Aber mal ganz ehrlich: alle, die im letzten halben Jahr ein iPhone 4 gekauft haben, hatten auch zu dem Zeitpunkt schon die Chance andere, anscheinend bessere Hardware von Samsung, HTC oder Motorola zu erwerben. Warum dann ein iPhone?

Das Gesamtpaket zählt

Worin Apple immer gut war und auch immer noch ist, ist die Kombination von Software und Hardware, die zu einer hervorragenden Nutzerfreundlichkeit führt. Somit sprechen für das neue iPhone 4S drei wesentliche Gründe: die verbesserte Kamera, Siri, der neue Sprachassistent, und iOS 5 mit der iCloud.

Die Kamera wurde wesentlich verbessert, die Details kann jeder auf der Apple Seite nachlesen. Warum wir darauf nicht eingehen? Weil das Ergebnis zählt. Foto gemacht, rumgezeigt: “Wow, das ist ja gut geworden.” So wirds passieren. Dabei wird die schnelle Auslösezeit der neuen Kamera-App auch einen wesentlichen Anteil haben. Die Diskussion, die neue Kamera ersetze eine digitale Spiegelreflexkamera ist für ernsthafte Fotografen natürlich ein Hohn. Anhand der hier gezeigten Fotos von TNW kann man aber erkennen, dass inzwischen ein Niveau erreicht ist, bei dem man seine Kompaktknipse zu Hause lassen kann – oder sich erst gar keine anschafft. Oft unterschätzter aber immer zutreffender Vorteil: Die beste Kamera ist die, die man dabei hat. Was beim iPhone so gut wie immer sein sollte. :)

Auch die neue Version des Betriebssystems iOS 5 hat Verbesserungen, die einem das Leben wesentlich erleichtern: Es synchronisiert Daten, übernimmt das Backup und läßt einen Freunde in der Umgebung finden (sofern diese es erlauben). Revolutionär? Der Eindruck entsteht wahrscheinlich nicht, aber das auch nur, weil man gewohnt ist, was technisch machbar ist. Man ignoriert allerdings gerne, dass Apple es schafft, Funktionen anzubieten, die auch funktionieren – und das einfach so.

Reichweite nicht auf den ersten Blick deutlich

Der Sprachassistent Siri im neuen 4S hat wahrscheinlich mehr Impact auf die alltägliche Nutzung von Smartphones, als man auf den ersten Blick annehmen könnte. Ich habe auch erst gedacht: “Mit meinem Telefon sprechen? Soweit kommts noch!” Allerdings sind die Vorteile nicht von der Hand zu weisen. Im folgenden Video werden ein paar Situationen geschildert, bei denen Siri von großer Hilfe ist. Obwohl es in englisch ist, sollte es den Kern deutlich machen.

Wenn die Spracherkennung wirklich so reibungslos funktionieren wird, wäre das tatsächlich ein Meilenstein. Da Deutsch als eine der ersten Sprachen neben Englisch und Französisch unterstützt wird, werden wir von Anfang an in den Genuß der neuen Bedienbarkeit kommen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit werden wir diese Möglichkeit dann wahrscheinlich nicht mehr missen wollen und uns in fünf Jahren daran zurückerinnern, dass das iPhone die Sprachbedienung als erstes alltagstauglich gemacht hat.

Der persönliche Charakter entscheidet

Das iPhone ist nicht das leichteste, schnellste oder das mit dem größten Display. Gleichzeitig glaube ich aber auch nicht, dass alle Apple-Käufer vom Marketing einer Gehirnwäsche unterzogen worden sind – bei soviel Geld für ein Gerät fängt man dann doch nochmal an nachzudenken.

Ich denke, es liegt einfach am Gesamtpaket, das man für sein Geld erhält. Schließlich kauft man nicht nur ein Telefon, sondern ein Werkzeug für den digitalen Alltag. Dabei wünscht man sich ein Gerät, das einfach zu bedienen ist, seine Aufgabe schnell und zuverlässig erfüllt und gut in ein Ökosystem von Apps, zuverlässigen Betriebssystemupdates und gutem Kundenservice eingebunden ist. Das mag der Grund sein, warum viele dem iPhone die Treue halten.

Im Endeffekt ist es zudem nur ein Stück Technik. Es soll sogar Leute geben, die es neben einem Windows-Rechner liegen haben und sich auch mit Leuten unterhalten, die Android-Handys bevorzugen. So kann man sich wenigstens gegenseitig von guten Ideen inspirieren lassen. :)


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Comments
One Response to “Die Evolution des iPhone 4S”
  1. shorty sagt:

    Innere Werte zählen zwar auch – doch warte ich lieber auf nen iPhone 5 ;)

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