Film: Kein Pardon von Hape Kerkeling

Und gute Nacht.

Für alle, die sich überlegen vielleicht das “Kein Pardon” Musical zu besuchen, hier ein Rückblick auf den Film von 1992.

“Das Buffet ist eröffnet – es gibt Schnittchen und Steaks. Also Hilde, die Leberwurstschnittchen sind ne Wucht. Käffchen, Heinz? Der Heinz Wäscher ist nicht der liebe Onkel vom Fernsehen, der ist ein alter Busengrabscher! Ich hab immer gesagt, mach es so wie der Henne, das ist nen Gediegenen. Der Henne, der hat doch die Schwester von der Lisbeth geheiratet. Quatsch, der hat die Lisbeth geheiratet.”

Wer sich bei dieser lockeren Zusammenstellung von Zitaten an einen ganz bestimmten Film erinnert fühlt, der liegt natürlich richtig. “Kein Pardon” von Hape Kerkeling ist mittlerweile 18 Jahre alt, die Musical-Version des Films hat aber gerade erst im Capitol Theater in Düsseldorf Premiere gefeiert. Aus diesem Grund lohnt es sich, noch einmal einen zweiten Blick auf den deutschen Kultfilm zu werfen.

Schnittchenlieferant Peter Schlönzke (Hape Kerkeling) ist seit Jahren bekennender Anhänger von Moderator Heinz Wäscher (Heinz Schenk) und seiner Fernsehsendung “Witzischkeit kennt keine Grenzen”. Durch einen Talentwettbewerb gerät Peter in die glitzernde Welt der Unterhaltungsindustrie – allerdings nicht als Talent des Jahres, sondern als Kabelhilfe bei seiner Lieblingsshow. Hinter den Kulissen von “Witzischkeit kennt keine Grenzen” lernt er einen vollkommen anderen Heinz Wäscher als auf dem Bildschirm kennen. Wäscher terrorisiert seine Mitarbeiter mit seinen Launen und ist alles andere als charmant. Als Peter während einer Live-Show der Kragen platzt und er Wäscher vor einem Millionenpublikum beleidigt, soll Peter dessen Sendung übernehmen…

Kein Pardon” ist eine unterhaltsame Parodie auf die Zwiespältigkeit der Fernsehlandschaft, eine Thematik, die heute – in Zeiten von Castingshows und Scripted-Reality-Formaten – vielleicht noch aktueller ist als vor 18 Jahren. Hape Kerkeling, der sich erstmals auch als Regisseur betätigt, ist zwar kein herausragender Schauspieler, die Rolle des Schnittchenlieferanten Peter Schlönzke ist ihm allerdings auf den Leib geschrieben. Dies wundert kaum, wurde das Drehbuch doch neben Achim Hagemann und Angelo Colagrossi von Kerkeling selbst verfasst.

Zwar ist dem Film vorzuwerfen, allzu sehr auf derbe Pointen und klischeebehaftete Stereotypen zu setzen – und vielleicht sind einige der Scherze tatsächlich in die Jahre gekommen – aber entscheidend für den Zuschauer ist die Stimmung, die beim Ansehen des Films entsteht und an dieser Stelle kann “Kein Pardon” in jedem Fall punkten. Es gibt nur wenige Filme, die in geselliger Runde so viel Spaß verbreiten und beim wiederholten Anschauen durch ihre zahlreichen Running Gags sogar noch an Wert gewinnen. “Kein Pardon” ist also auch heute noch bestens für einen kurzweiligen DVD-Abend im Freundeskreis geeignet.


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