Langzeitbetrachtung eines MacBook Pro über drei Jahre

Es gibt viele Reviews über aktuelle Geräte, wie schnell sie sind und welche tollen Displays sie haben. In dieser Betrachtung werfen wir mal einen Blick auf die Langzeitqualität eines MacBook Pro. Schließlich leistet sich nicht jeder bei einem Modellwechsel ein neues Gerät und nutzt das vorhandene über ein paar Jahre.


Das Testobjekt

Das MacBook, um das es hier geht, ist eines aus dem Jahre 2009 mit einem Intel Core 2 Duo Prozessor mit 2,26 GHz und 2 GB RAM. Das Gerät ist täglich im Einsatz und wird auch (in einer Schutzhülle) gerne in einem vollen Rucksack durch die Gegend getragen.

Die Leistung des Gerätes ist bis zum heutigen Tage eigentlich ausreichend. Es wird meist zum Internetsurfen genutzt und für die Textverarbeitung. Aber auch YouTube-HD-Videos sind mit der Hardwarebeschleunigung von Snow Leopard kein Problem. Dass es dabei etwas wärmer wird ist jedoch keine Folge des Alters sondern schlicht der abverlangten Rechenleistung. Das Display ist brilliant wie am ersten Tag und wird in dieser Form auch bei den aktuellen MacBook Pro noch so verbaut.



Ebenso kommt das Design bis zum heutigen Tage bei den MacBook Pro mit optischem Laufwerk zum Einsatz. Das Gehäuse ist exakt das gleiche wie bei der aktuellen Modellreihe und zeichnet sich durch zeitlose Linien und sehr präzise Verarbeitung aus.


Das Äußere

Das Gehäuse selbst hat sich über die Zeit erstaunlich gut gehalten. Ein Aluminium-Unibody scheint eine Investition in lange Haltbarkeit zu sein – im Gegensatz zu den eingestellten Kunststoff-MacBooks, die mehr oder weniger regelmäßig rissen und auseinanderfielen. Das drei Jahre alte Gerät zeigt an der vorderen rechten Kante ein paar Einkerbungen. Mechanische Einwirkung kann dort jedoch ausgeschlossen werden, anscheinend hat es damit zu tun, dass die Hand dort immer aufliegt. Warum das dann aber nicht auch links passiert bleibt ein Rätsel.

Der Deckel hat bis auf einen selbstverschuldeten Kratzer keine Abnutzungserscheinungen, der Boden ein paar mehr, weil das Book gerne mal über den Tisch geschoben wird. Die schwarzen Gummifüße tun allerderding immer noch gut ihren Dienst.

Die Tastatur funktioniert auch noch einwandfrei und ist nach vor eine der besten, die man in Notebooks finden kann. Auch Schnell- und Zehn-Finger-Tipper kommen mit ihr hervorragend zu Recht. Der kurze Hub der Tasten mag vielleicht für Umsteiger etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ist das Tippen eine reine Freude. Bei den schwarzen Tasten zeigen sich allerdings im Gegenlicht bei den häufiger genutzen Stellen glänzende Flecken – der Kunststoff wird dort glatt und verliert seine matte Oberfläche.


Das Trackpad ist aus Glas und hat wohl den größten Einfluss auf das immer noch frische Aussehen des MacBooks. Es nutzt sich nicht ab und sieht aus wie neu – im Gegensatz zu Kunststoffpads, die nach einem halben Jahr schon abgenutzt aussehen – eine wahre Freude. Leider kann man, wenn man einmal diese Trackpads genutzt hat, danach nicht mehr mit normalen Touchpads arbeiten, weil die Glasoberfläche und die schlichte Größe so verwöhnen, dass alles andere einfach nicht mehr gut genug ist.


Das Innere

Im Inneren können hauptsächlich vier Dinge verschleißen: Akku, Lüfter, Festplatte und Laufwerk. Der Akku hat inzwischen über 670 Ladezyklen hinter sich und noch eine Kapazität zwischen 75 und 80% laut Coconut Battery. Für so ein langes Leben ziemlich gut und immer noch ausreichend für ein paar Stunden surfen weit weg von der Steckdose.

Der Lüfter hatte mal eine Zeit, in der er unschöne Geräusche von sich gab. Kurz vor dem Bestellen eines Ersatzmodells (das bei eBay USA sehr günstig zu haben ist) hat er es sich allerdings wieder anders überlegt und dreht wieder leise.

Auch das optische Laufwerk ist voll funktionstüchtig, es wird allerdings auch nicht wirklich häufig genutzt. Die Festplatte wurde gleich zu Beginn gegen eine 320 GB Platte mit 7200 Umdrehungen ausgetauscht und arbeitet seit dem gut mit dem MacBook Pro zusammen. Falls sie irgendwann den Geist aufgeben sollte kann sich einfach ersetzt werden.


Fazit über drei Jahre Nutzungsdauer

Unterm Strich also eine gute Bilanz. Besonders beeindruckend ist der Zustand des Gehäuses – im Verleich mit einem nagelneuen MacBook Pro ist fast kein Unterschied zu sehen. Diese Konstanz in Design und Haltbarkeit schlägt sich auch im Zeitwert nieder. Für die genannte Konfiguration können noch zwischen 600 und 700 Euro (letzteres mit ein bißchen mehr RAM) aufgerufen werden. Für ein drei Jahre altes Stück Technik eine gute Werterhaltung.

Sichtbare Abnutzungserscheinungen sind entweder selbst verursacht (Kratzer) oder nur bei unwichtigen Dingen vorhanden (Portbeschriftungen sind einfach verschwunden), die die Funktion in keinster Weise beeinflussen. Durch den sehr durchdachten modularen Aufbau und die gute Zuganglichkeit lassen sich Verschleißteile schnell und günstig selbst ersetzen. Verschleiß bei Akku und mechanischen Teilen lassen sich nicht vermeiden, halten sich aber in engen Grenzen.


Lebensverlängernde Aufrüstoptionen

Wer das Gerät noch weitere drei Jahre nutzen möchte, kann es mit ein paar einfach Handgriffen aufrüsten: 8 GB RAM eingebaut und vielleicht eine SSD spendiert, und der Geschwindigkeitszuwachs gibt genug Schwung für die Zukunft, wie beispielsweise Mountain Lion.

Dazu kann man einfach die Unterseite entfernen, die nur durch ein paar Schrauben gehalten wird. Dann kommt man an alle auswechselbaren Komponenten einfach heran und man kann seinem Book neue Hardware einsetzen.

Zusammenfassung
LANGZEITBETRACHTUNG EINES MACBOOK PRO ÜBER DREI JAHRE
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LANGZEITBETRACHTUNG EINES MACBOOK PRO ÜBER DREI JAHRE
Beschreibung
Es gibt viele Reviews über aktuelle Geräte, wie schnell sie sind und welche tollen Displays sie haben. In dieser Betrachtung werfen wir mal einen Blick auf die Langzeitqualität eines MacBook Pro.
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Comments
18 Responses to “Langzeitbetrachtung eines MacBook Pro über drei Jahre”
  1. shorty sagt:

    sehr informativer Beitrag, der zeigt, dass Apple nach wie vor für den Preis auch sehr gute Qualität liefert. Daher zahlt es sich auf jeden Fall aus Geld in Apple Markenprodukte zu investieren. Allerdings kommen auch Patzer bei Apple immer häufiger vor (Display vergilbt, Hitzeprobleme etc.). Wenn das Produkt allerdings ausgereift ist dann ist es perfekt! ;)

  2. Chris sagt:

    Würde auf jeden Fall auch Laptop mit Aluminium-Unibody kaufen. Habe schlechte Erfahrung mit Sony Vaio Laptops genacht, die in der gleichen Liga spielen und auch sehr teuer sind. Hier sind erste Kratzer, Abnutzung und Gebrauchsspuren schon nach kurzer Zeit zu sehen. Zudem knarzt das Gehäuse d.h. Daumen runter

  3. Hi

    ich habe mal eine Frage. Und zwar habe ich mein MacBook Pro jetzt seit drei Wochen. Von oben und von der Seite sieht es aus wie gerade aus Der Verpackung geholt. Genauso das Dsiplay und die Tastatur. Nur der Boden sieht aus wie sonste was. 4-5 dicke, fette, lange Kratzer.

    Hattest Du das auch? Bzw. hatt(e) Dein MacBook das auch?

    Vielen Dank

    Floiran

    • sh sagt:

      Hi Florian,

      der Boden kriegt halt mehr ab, wenn Du es mal nicht auf einen exakt glatten Untergrund stellst – ist bei mir auch so. Aber es ist ja zum Arbeiten gemacht, daher würde ich mir nicht allzu große Sorgen machen :)

      Viele Grüße
      Stephan

  4. Hi Stephan,

    habe mir mein MBP nochmal genauer angesehen. Die Gummifüße sind schon um ca 2mm runter und das in gerademal DREI Wochen! Habe mir Deine angeschaut, die sind ja fast wie neu! Habe mit Gravis und Apple gesprochen. Ist ein Kulanz/Garantiefall. Entweder sie tauschen den Boden aus oder ich bekomme ein neues Gerät. (Produktionsfehler)

    Neues gerät wäre ja geil. Aber damit rechne ich nicht. Mir reicht schon eine ordentliche Platte mit ordentlichen Füßen! ;)

    LG Flo (13)

    • sh sagt:

      Hast Du ja Glück gehabt :) So schnelle Abnutzung ist ja auch nicht normal. Ich hoffe mit der neuen Bodenplatte wirds besser!

  5. Timo sagt:

    Das Macbook scheint ja noch top in Schuss zu sein, wurde es den Nachts immer ausgeschaltet oder nur in den Ruhemodus versetzt?

  6. Noch ein Timo sagt:

    Danke für deinen Bericht!

    Ich finde es erstaunlich, dass du das MacBook anscheinend nie ausgemacht hast. Vor allem würde man dann ja annehmen, dass es die Lebensdauer echt verkürzt.

    Ich stehe selbst kurz davor mir ein MacBook zu kaufen, lese aber leider immer irgendwelche Horrorgeschichten von kaputten Logicboards. Letztendlich ist natürlich klar, dass vor allem diese Berichte im Internet landen, während positive eher weniger publiziert werden.

    Deshalb: Danke für deinen Bericht!

  7. Manuel sagt:

    Ich hab ein MBP late 2007, noch im Aluminiumgehäuse, und es läuft seitdem immer noch, so gut wie täglich, teilweise weit über 10h. Das Gehäuse hat ganz gut gelitten, ich hab allerdings auch nicht besonders gut drauf aufgepasst. Es läuft aber grade munter auf den 6. Geburtstag hin und erweist fleißig seinen Dienst, das ist in der heutigen Wegwerfgesellschaft sehr hoch anzurechnen und das Hauptargument, warum mein nächste Notebook wieder ein Mac wird.

  8. Sebastian sagt:

    Danke für den Langzeittest. Schöner Vergleich.
    Ich bin hier gelandet da meine Frau ihren 3 Jahre alten Macbook Pro verkaufen will und ich mich grad nach Preisen und Kratzerproblemen am Gehäuse auseinandersetze ;)

    • sh sagt:

      Wie immer kommt es ja auch auf die inneren Werte an :) Wenn ihr vielleicht schon ne SSD oder mehr RAM nachgerüstet habt, macht sich das sicherlich positiv bemerkbar. Eventuell lohnt es sich sogar, das vor dem Verkauf einzubauen – wäre zu vergleichen.

  9. pp sagt:

    hab ein Macbook Pro 15′ seit Arpil 2010 im täglichen Einsatz. Kann die Lobeshymnen nicht teilen. Mich stört:

    —— spiegelndes Display ungeeignet für Einsatz draussen, im Flugzeug oft nur mit Fester schließen, im Büro bei Sonnenschein eher was für Leute, die Ihr Spiegelbild mehr lieben, als gute
    — Display hat trotz 15′ mit 1440 x 900 pix v.a. in der Höhe zu wenig Auflösung. Thinkpads gäb es mit 19020 x 1200, was brauchbare Darstellung von 2 A4 Seiten nebeneinander ermöglicht und gleich Auflösung wie mein ext. Desktop-Monitor.
    —– statt der beworbenen 7 h Batterielaufzeit nur 2-4 h je nach Nutzung. Dachte die Batterie sei vielleicht B-Ware. Nach 2 a ausgetauscht und kaum 10% längere Laufzeit.
    — Das MacOSX 10.9 soll endlich idle-Prozesse in hybernate mode setzen können, um duetlich strom zu sparen. Funzt aber ageblich nur bei Apple-Tools – noch nicht beim Firefox, der oft böse Resosourcen zieht.
    – mcd-Key der Tastatur verloren
    — DVD/CDROM opt Laufwerk zeitweilig nicht mehr funktioniert.
    — gegenüber Thinkpad mit wesentlich besserem Bildschirm viel schwerer
    – Seit ein paar Monaten macht der Lüfter zeitweilig irre Krach. Kann man angeblich beheben durch Ausbauen und gründliches Reinigen + Ölen
    — MacOSX ziemlich kompliziertes unix, womit man nicht so gradaus wie unter linux arbeiten kann.

    Fazit: Künftig besser solides anderes weniger fancy Notebook mit non-glossy display.

  10. pa sagt:

    ich habe wie mein Vorposter auch ein MacBook Pro 15″ von April 2010 und bin damit super zufrieden. Mit dem im Artikel genannten Zeitwert kann ich definitiv nicht mehr rechnen, aber das liegt an meinem Umgang mit dem MBP.

    Ich hatte bislang keine Probleme mit dem Laufwerk oder mit den Lüftern. Dafür hatte ich ein kaputtes Screen-Kabel (grüne, blinkende Pixel auf dem kompletten Bildschirm), das von Apple wegen einer kleinen Delle im Deckel nicht repariert wurde. Die von Apple verlangten 800 EUR für das Ersetzen des Screens habe ich, iFixit-sei-Dank, trotzdem gespart. Das Kabel habe ich auf eBay für 32 EUR gekauft und innerhalb von 2h selbst ausgetauscht. Da ich bis zum Ablauf der 3-Jahres-Garantie keine weiteren Probleme mehr hatte, hat sich auch das Kündigen der AppleCare und die Erstattung von 180 EUR gelohnt.

    Inzwischen habe ich 8GB RAM und eine 250GB SSD eingebaut. Das Laufwerk ist auch seit 8 Wochen raus und wurde durch die alte 320er Platte ersetzt. Damit sollte das Gerät noch ein paar Jahre aushalten. Der Akku muss aber wohl bald ausgetauscht werden. Bei fast täglichem Gebrauch mit etwa 10h und 1250 Ladezyklen liegt die Kapazität nur noch bei 65%.

    Alles in einem bin ich kurz vor dem 4. Geburtstag mit dem Gerät super zufrieden. Schon wegen des Betriebssystems könnte ich mir einen Wechsel auf Windows nicht mehr vorstellen. Somit freut mich die bisherige Lebensdauer des Gerätes sehr, vor allem da die beiden Vorgänger (auch Preisklasse 1500+ EUR) vor dem dritten Geburtstag begraben wurden.

    P.S. Meine Frau besitzt einen MBP 13″ von Juli 2010. Bei deutlich weniger Nutzung (etwa 350 Ladezyklen bisher) gibt es bei dem Gerät überhaupt nichts zu berichten. Es sieht aus wie neu und hat noch nie irgendein Problem gehabt. Im Vergleich zu meinem Gerät mit SSD ist es aber deutlich langsamer, so dass sie demnächst wohl auch eine SSD-Platte benötigen wird.

  11. chrimap sagt:

    War überaus zufrieden mit meinem treuen
    MacBook Pro (17″, Core 2 Duo) MacBookPro2,1, MA611xx/A,17″/D2.33G/2x2GB/500/SD-DL (2. LogicBoard & LION) Während dieser Zeit hatte ich 4 IBM-compatible Laptops ‘verbraucht’. Inzwischen erfreut sich meine Frau daran.

    Ende 2012 erwischte ich mit Glück noch ein neues
    MacBook Pro (17″, Late 2011) MacBookPro8,3, MD311xx/A, 17″/2.4 Quad-core i7/2x4GB/750-5400 (OSX Mavicks)
    das ich nun mit einem Samsung EVO 1TB SSD und universeller USB 3.0 Card nachrüsten möchte. Bisher habe ich so eine Hersteller-fixierte Karte von Lacie.
    Herzlichen Dank für die gute Anleitung.

  12. CRen sagt:

    Hach… der Beitrag ist zwar älter, aber das Modell war auch mein erstes Unibody-Macbook, auch wenn ich es nicht so lange hatte wie Du. Die Haltbarkeit der Unibody-Modelle ist grandios, das trifft übrigens auch auf den iMac zu: Meiner ist inzwischen auch drei Jahre als und läuft trotz Rauchen in der Bude wie am ersten Tag. Alle paar Wochen mal abwischen, einmal im Jahr die Scheibe vom Display nehmen und reinigen, fertig :)

  13. Alfredo sagt:

    Ich betreibe ein solches Model seit 10/2009 und bin noch 6/2016 glücklich damit. Ich habe meines mit einer SSD aufgerüstet und das DVD-laufwerk durch eine HDD ersetzt. Das Touchpad funktioniert nicht mehr so klasse, die Füsse haben sich verabschiedet, ließen sich aber wieder instand setzen. Für ein 6,5 Jahre altes Gerät kann ich mich da nicht beklagen. Ich denke es wird auch noch 2017 gute Dienste leisten.

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