iPhone und iPad mit mehr Speicher: ist es wirklich so teuer?

Oft kommt die Diskussion beim Kauf eines iPhones auf die Speicherpreise, die Apple für eine größere Kapazität verlangt. Sind diese wirklich so übertrieben? Und was treibt dir Android Konkurrenz?

Preise für unterschiedliche Speicheroptionen beim iPhone 6

Preise für unterschiedliche Speicheroptionen beim iPhone 6

Apple verlangt beispielsweise für das iPhone 6 in der Grundfassung mit 16GB knapp 700 Euro. 64GB kosten knapp 800 Euro und 128GB kosten 900 Euro.

Umgerechnet sind das 2,08 Euro pro Gigabyte für das Upgrade von 16GB auf 64GB (nur berechnet die zusätzlichen 48GB). Und 1,79 Euro pro Gigabyte für den Sprung von 16 auf 128GB.

Ein oft gehörtes Argument von Adroidnutzern ist

Ich kaufe mir einfach ne Micro SD Karte, das ist viel billiger.

Aktuell kann man eine 128GB Micro SD Karte tatsächlich schon für 100 Euro erwerben, 64 GB kosten deutlich weniger. Damit kosten zusätzliche 128GB knapp 80 Cent und sind somit tatsächlich billiger zu haben als bei Apple. Zudem kommt hinzu, dass der intern vorhandene Speicher der Telefone verfügbar bleibt und addiert werden kann, also beispielsweise 8GB + die Kapazität der Speicherkarte.

Sehen wir uns aber mal an, was zwei populäre Telefone der Adroidfraktion für Möglichkeiten bieten: Das Nexus 5 gibts in 16GB für knapp 350 Euro und 32GB für 400, also ein Gigabytepreis von 3,13 Euro, teurer als alle iPhoneoptionen. Außerdem ist es nicht per Micro SD Karte erweiterbar, und es gibt weder eine 64GB noch eine 128 GB Option.

Preise für Nexus 5 Varianten

Preise für Nexus 5 Varianten

Das Galaxy Note 4 als Gegenstück zum iPhone 6 Plus kostet 770 Euro mit 32GB und bietet die Möglichkeit, per Slot eine Erweiterungskarte aufzunehmen. Das iPhone 6 Plus mit 16GB kostet 800 Euro, mit 64GB 900 Euro. Auch hier liegen die Apple Preise nicht aus der Welt.

Samsung Galaxy Note 4 als Gegenstück zum iPhone 6 Plus

Samsung Galaxy Note 4 als Gegenstück zum iPhone 6 Plus

Selbstverständlich gibt es noch weitere günstige Android Smartphones, wir haben oben genannte ausgewählt, weil sie sehr zuverlässig sind und gute Rezensionen bekommen haben. Sie sind aber entweder in der Kapazität beschränkt oder führen zu einer Zweiteilung des Speichers.

Apple ist da konsequenter: Speicher ist nicht nachrüstbar, dafür kann man bei der Ausstattung bis 128GB gehen.

Wie sieht es bei Tablets aus?

Bei den iPads Mini 1, 2 (Retina Display) und Air kostet der Sprung von 16GB auf 32GB immer 50 Euro mehr, das sind 3,13 Euro pro Gigabyte für die Verdopplung. Google verlangt für das Nexus 9 für die 16er Variante 389 Euro und für die 32GB Option 479Euro, das ist ein Aufpreis von 90 Euro oder 5,63 Euro pro Gigabyte für den zusätzlichen Platz. Beim Air kostet dieser Sprung wie erwähnt nur 50 Euro, beim Air 2 gibt es für zehn Euro mehr 64GB.

Die Aufpreise betragen konstant 50 oder 100 Euro

Die Aufpreise betragen konstant 50 oder 100 Euro

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Man sieht also, dass auch Google die Hardwarepreise anziehen muss, wenn damit nicht das eigene Handybetriebssystem subventioniert werden soll. Damit wird dann auch ein Preislevel erreicht, auf dem auch fast schon Apple agiert.

Fazit

Apple lässt sich die zusätzliche Speicherausstattung wie erwartet gut bezahlen, allerdings nicht so übertrieben wie erwartet und auch im Kontext mit der Konkurrenz nicht unbedingt unverschämt. Man kann bei iPhone und iPad zwar keinen Speicher nachrüsten, aber man bekommt Speicheroptionen bis hin zu 128GB, die man bei anderen interessanten Smartphonemodellen vergeblich sucht. Zwar lassen sich bei den meisten günstigeren Modellen microSD-Karten nachrüsten, allerdings geht das erfahrungsgemäß häufig zu Lasten der Stabilität und Einfachheit, weil einige Apps sich nicht auf eine SD-Karte installieren lassen wollen.

Gerade Google als treibende Kraft hinter Android gibt weder seinen Smartphones noch den Tablets keine Möglichkeit mit, nachträglich mit Speicher ausgestattet zu werden. Aufgrund der positiven Rezensionen für diese Geräte führt anscheinend gerade diese Beschränkung dann auch bei Android zu einem angenehmeren Nutzerverhalten. Dass keine größeren Speicherausstattungen angeboten werden liegt wohl daran, dass sich Google bisher nicht in Hochpreisregionen aufgehalten hat.

Unser Praxistipp für Speicherausstattungen bei Euren gewünschten Applegeräten: überlegt Euch vorher gründlich, was ihr damit anfangen möchtet.

Ein iPhone, dass ihr mit 16GB Speicher kauft, aber als Musikplayer und Fotoapparat nutzt, wird Euch schon in einigen Wochen ärgern, weil der Speicher voll ist. 64GB sind hier eine extrem sinnvolle Investion.

Bei iPads kann es durchaus sein, dass ihr schon mit 16GB zufrieden seid, wenn ihr es nur als Zeitungsersatz nutzt und im Internet surft. Soll es unterwegs Euer MacBook ersetzen, habt viele Daten mitzunehmen und vertraut nicht auf Cloudlösungen, wisst ihr, wie ihr entscheiden müsst.


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Comments
One Response to “iPhone und iPad mit mehr Speicher: ist es wirklich so teuer?”
  1. Marcus sagt:

    Ich kann nur jedem empfehlen beim iPad auf das Modell mit dem größten Speicher zurückzugreifen.
    Es gibt nichts ärgerlicheres, als eine Systemwarnung, welche einen hinweist, dass diese oder jende App mangels Speicherplatz nicht installiert werden kann. Noch viel schlimmer: wenn die Platzverhältnisse kein Systemupdate mehr erlauben. Man zahlt für die “großen” Modelle natürlich einiges mehr, ist wohl die Apple-Masche, aber dafür hat man dann länger seine Ruhe und vorallem Spaß mit dem Gerät.

    LG
    Marcus

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