Review: Apples Thunderbolt Display im Test

Ja, das Thunderbolt Display ist schön, sehr schön. Aber ist es noch zeitgemäß sich in Zeiten des Retina iMac eines zuzulegen?

Apple Thunderbolt Display

Aufgabe und Philosophie des Thunderbolt Displays

Das Thunderbolt Display bietet “nur” 2650×1400 Pixel und kommt der Auflösung des Retina iMacs nicht im entferntesten nahe. Aber das ist auch nicht Aufgabe, die Apple dem Display zugedacht hat. Es soll auch nicht als Dockingstation dienen, für die es oft gehalten wird. Eine Dockingstation erleichtert nämlich das Durchreichen der Ports des angeschlossenen MacBooks und dient als Vermittler. Das Thunderbolt Display jedoch ist als letztes Glied in der Kette geplant: Bildschirm, Webcam, Lautsprecher werden zur Verfügung gestellt, aber es gibt beispielsweise keine Audioanschlüsse, mit denen man eine externe Anlage verbinden könnte. MacBook und Thunderbolt Display bilden mit Thunderbolt- und Ladekabel eine Einheit. So muss man nur die wirklich nötigsten Kabel verbinden, eine tolle Sache.

Der Zahn der Zeit

Leider ist das Display nicht mehr das allerneueste. Das macht sich weniger in der gebotenen Auflösung bemerktbar, in der ja auch noch die nicht mit Retina-Display ausgestatteten iMacs ausgeliefert werden, und auch nicht an dem etwas dickeren Gehäuse. Es sind die Anschlüsse, die verraten, dass Apple dieses Produkt schon seit einigen Jahren unverändert anbietet: so gibt es nur drei USB 2.0 Anschlüsse, Gigabit Ethernet, einen einzigen Thunderboltport und Firewire 800. Man könnte also schwanken zwischen der schlechten Laune, dass es Apple tatsächlich wagt seinem 1000 Euro Display nur USB 2.0 mitzugeben (das dazu noch extrem langsam ist) und der fast schon ironischen Freude, dass man für Firewire 800 Geräte keinen externen Adapter braucht.

Anschlüsse am Thunderbolt Display. Kein USB 3.0

Somit schließt man also entweder nicht-geschwindigkeitsrelevante Dinge wie Tastatur oder Maus an und schiebt alle anderen Daten übers Netzwerk oder man bedient sich gleich des Thunderboltports, was wir empfehlen. Wer unbedingt USB 3.0 braucht muss dann eben ein weiteres Kabel in sein MacBook stecken (oder Mac mini, was dann auch egal ist). Als Alternative – auch für diejenigen, die gerne Port Aggregation z.b. für ihr NAS möchten – bietet sich die Anschaffung des Kanex Thunderbolt Adapters an.

Adapter von MagSafe auf MagSafe 2 liegt bei

Integriertes Thunderboltkabel am MacBook Air

Wer täglich sein MacBook an und absteckt, sollte das der Lebensdauer der Kabel zuliebe vorsichtig tun, da Thunderbolt- und Ladekabel zu einem Strang verbunden sind, der zudem noch fest mit dem Display verbunden ist. Hinzu kommt, dass der Ladestecker der L-förmige ist, den Apple aus gutem Grund schon wieder aus dem Programm genommen hat und sich beim MacBook Air die Anschlüsse auf gegenüberliegenden Seiten des Gehäuses befinden. Das führt dazu, dass das Thunderboltkabel immer sehr gedehnt werden muss. Immerhin liegt für das Ladekabel ein MagSafe auf MagSafe 2 Adapter bei, um auch alle neueren mobilen Macs mit Strom versorgen zu können.

Unsere Überlegung, die wir aber noch nicht testen konnten: Ein zusätzliches Thunderboltkabel kaufen und damit Display und Mac verbinden und das fest verbundene für die Verbindung zum stationären Speicher verwenden. Damit ist das Kabel einer dauerhaften Belastung ausgesetzt und das Ladekabel hat etwas mehr Bewegungsfreiheit. Wenn das jemand gemacht, sind wir für Feedback dankbar! :)



NACHTRAG: Klappt. einfach das Thunderboltkabel vom Mac aus in den Anschluss hinten beim Display stecken und schon kann man das Gemeinschaftskabel (MagSafe, Thunderbolt) etwas freier benutzen.


Qualität

Gut möchte man sagen. Die verbauten Panels entsprechen den gleichen, die auch in der ausgelaufenen iMac Generation verwendet wurde und hat auch die gleichen Probleme. Wer wirklich ein überall blütenweißes Display haben möchte hat zwei Möglichkeiten: das Gerät vorher im Laden ansehen oder auf Glück spielen und wenn es schlecht läuft einige hin- und her schicken. Es ist ein gutes Display – jedoch scheint es bei so großen Displays nicht einfach möglich zu sein eine durchgängig gleiche Farbwiedergabe zu erzielen. Das wäre auch nicht weiter schlimm, wenn man nicht aufgrund der Werbung damit rechnen würde. Wir haben eine Konstellation, wo die Farben von iMac und Thunderbolt Display sehr voneinander abweichen (mit manueller Kalibrierung geht es einigermaßen). Zudem müssen wir das Thunderbolt Display drei Punkte dunkler stellen, weil es sonst das des iMac überstrahlt. Das ist suboptimal und darauf sollte beim Kauf unbedingt geachtet werden.

Etwas nervig außerdem: die Boxen haben ein leichtes Grundrauschen, wenn sie keinen Ton von sich geben. Sie schalten sich zwar von selbst nach 30 Sekunden ab, aber es drängt sich wieder der “Für 1000 Euro ist nichts besseres möglich?”-Gedanke auf. Zum Skypen und nebenbei Musikhören sind sie jedoch geeignet und nur in wirklich leisen Umgebungen zu hören.

Thunderbolt Display mit berlin1000 GlassFree Rahmen

Schwerer wiegt da das Fensterglas vor dem Display: es spiegelt extrem und hat vor allen Dingen keine Funktion. berlin1000 bietet dafür eine Lösung an: die Scheibe wird durch einen Kunststoffrahmen ersetzt, so dass die Spiegelungen minimiert werden. Eine schöne Lösung auch für diejenigen, die ihr existierendes Gerät etwas besser machen möchten. Siehe Bild oben.

Ein bißchen Bauchentscheidung

Alle anderen Dinge sind ein Wohltat: es sieht wunderschön aus, läuft am MacBook, Mac mini, Mac Pro und man hat ein zusätzliches Ladekabel für seinen mobilen Mac. Die integrierten Lüfter sind leise und es schläft mit dem Hauptrechner ein. Der Schreibtisch sieht aufgeräumt aus und alles was man nutzt ist auch vorhanden – das war ja bei Apple schon immer so. Selbstverständlich könnte man sich auch einen anderen Monitor kaufen und dazu eines der Thunderbolt Docks, aber dann hättest Du nicht bis hierher gelesen. ;) Das Thunderbolt Display hat seine Apple typischen Eigenheiten, auch den Preis, und ist doch – oder gerade deswegen – eine runde Sache, wenn man die o.g. Tipps beherzigt.

Fest verbundenes Strom- und Thunderboltkabel

Wer jetzt darauf spekuliert, dass in Kürze eine neue Version herauskommt, für den gucken wir hier mal in die Kristallkugel: Erst kürzlich wurde der Mac mini aktualisiert und auf Apples Website ist auf den Bildern das Thunderbolt Display so wie es ist mit zu sehen. Zudem hat Apple es nicht schon im Verlaufe der aufkommenden 4k-Displays das eigene erneuert, sondern gleich den Sprung auf 5k-Auflösung beim Retina iMac. Diese Auflösung erzeugt jedoch eine so hohe Datenmenge, dass sie selbst über Thunderbolt 2 nicht zu übertragen und somit ein externes 5k-Display aktuell technisch gar nicht möglich ist. Daher ist davon auszugehen, dass das Display nach wie vor unverändert angeboten wird, bis Thunderbolt 3 das Problem löst.

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