Altes iPhone als Webcam/Security Kamera weiterverwenden

Selbst in die Jahre gekommene Smartphones haben inzwischen so viel Rechenleistung und praktische Eigenschaften, dass es unsinnig ist, sie einfach zu recyclen. Weiterverwendung ist eine viel praktischere Alternative. Hier zeigen wir Euch wie Ihr aus einem alten iPhone eine Sicherheitskamera macht, auf Wunsch sogar das Herzstück einer Alarmanlage.

Dazu möchten wir Euch zwei Apps vorstellen: Manything und Presence. Alfred haben wir auch gefunden, allerdings funktionierte es nicht reibungslos und wollte Zugriff auf unser Googlekonto, damit flog es raus.


Manything bietet viele Einstellungsmöglichkeiten und IFTTT Unterstützung

Manything ist eine sehr schön gestaltete App und funktioniert tadellos. Wie auch Presence kann man auswählen, ob das aktuelle Gerät die Webcam werden soll oder das Gerät, das auf ein zur Webcam umgerüstetes iPhone zugreifen soll. Mit der App wird das iPhone zu einer Überwachungskamera, die Bewegungserkennung beherrscht, also in der Lage ist, eine Aufnahme zu starten oder eine Benachrichtigung auszulösen, wenn jemand durch den Raum schleicht – oder ein Sack Reis umfällt. Damit letzteres nicht passiert, lassen sich sogar „Detection Zones“ festlegen, also Bereiche, die von der Überwachung ausgenommen werden sollen, z.B. sich bewegende Bäume vor dem Fenster.

Manything Optionen

Manything Detection Zones

Auch sehr praktisch: Die App beherrscht Cellular-Fallback, greift also auf die Mobilfunkverbindung zurück, sollte das WLAN ausfallen. Damit besteht auch bei Ausfall der DSL-Leitung die Möglichkeit die Überwachung fortzusetzen. Was die App noch nicht kann ist Zwei-Wege-Kommunikation. Man kann also nur beobachten und nicht vom Kontrollgerät mal Hallo sagen.

In der Standardversion ist nur Live-Streaming möglich, ein Cloud-Recording ist für knapp 3 Euro im Monat zu haben, so hat man dann zwei Tage Speicherung. Eine längere Speicherdauer kostet entsprechend mehr, sieben Tage schlagen mit knapp 4 Euro zu Buche, ein Monat 6 Euro. Das gilt für eine Kamera, mehrere Kameras kosten Aufpreis.

Manything Mobilfunknetz

Positiv hervorzuheben ist, dass die Manything App IFTTT unterstützt. Das heißt, ich könnt Wenn-dies-dann-das-Verknüpfungen anlegen. Also beispielsweise eine Nachricht an Euch triggern oder die Überwachung abschalten, wenn Ihr nach Hause kommt. Das bietet einen hohen Personalisierungsgrad und geht auf fast alle Wünsche ein. Unterm Stich ist Manyhing eine sehr ausgereifte und stabile App mit schönem Design, fairen Cloudspeicherpreisen und IFTTT-Support. Auf der Negativseite steht die Konzentration auf die Security Cam Funktion und das Fehlen der Cloudfunktion in der Basisversion.


Presence überrascht mit schlauen Funktionen und kann auch Smart Home Zentrale sein

Wo sich Manything auf die Funktion einer Überwachungskamera beschränkt, geht Presence zwei Schritte weiter. Neben der Überwachungskamerafunktion mit Bewegungserkennung gibt es bei Presence bei der Liveüberwachung auch die Möglichkeit des Gegensprechens. Noch besser: Man kann Freunden und Verwandten Zugriff auf das System bieten, so dass diese die Überwachung übernehmen kann, sollte man mal wirklich im Urlaub abschalten wollen. Sehr praktisch.

Presence Profile

Das Design ist der App ist eben so überraschen wie die durchdachten Funktionen, aber es passt irgendwie. Presence unterstützt IFTTT nicht, man kann aber innerhalb der App zumindest Profile anlegen, die verschiedene Konfigurationen aufrufen können, auch incl. Geofencing. Zudem gibt es in der Grundversion 50 MB Cloudspeicher was wenig klingt, aber ausreicht um zumindest sehr selten stattfindende etwaige Einbrüche aufzuzeichnen. Darüber hinaus ist Presence mit knapp 5 Euro im Monat etwas teurer als Manything, allerdings ist die App auch etwas mächtiger.

Presence Auswahl

Presence Optionen

Presence möchte aber nicht nur das iPhone zur Kamera machen, sondern ebenso Smart Home Hub sein. Dafür bietet Presence auf der Website ein Gateway an, dass WLAN auf Zigbee übersetzt und dazu passende Sensoren. Die Preise dafür sind allerdings etwas gesalzen. Es wird auch daran gearbeitet, andere Smart Home Technik mit einzubinden, so z.B. GEs smarte Glühlampen, allerdings steht das noch etwas am Anfang. Der Ansatz jedoch ist interessant und bietet viele Möglichkeiten. Praktischer wäre allerdings die Konzentration (oder zumindest auch die zusätzliche Unterstützung) von Bluetooth Devices, so dass gar kein weiterer Hub notwendig wäre. Aber bei so einer für den Massenmarkt relativ jungen Bewegung kann man noch nicht erwarten, dass sich für Smart Homes schon ein einziger Standard etabliert hätte.


Fazit: Passende Aufgabe für alte iPhones

Wir können sagen, dass beide Apps Ihre Aufgabe sehr gut machen und auch immer noch weiterentwickelt werden. Beide erlauben die sinnvolle Weiterverwendung von alter Hardware mit der Ironie, dass eine Lösung aus altem iPhone und App weit billiger ist als eine neue Webcam und dabei dennoch technisch überlegen: iPhones bieten Mobilfunkanbindung, Blitz, unterbrecherfreie Stromversorung (Akku), einfache Einrichtung durch integrierten Bildschirm und eine sehr gute Freisprechqualität. Dazu kommt die Möglichkeit nahezu alles per IFTTT anzubinden und Aktionen per Bluetooth-Verbindung sogar mit einem Hardwareknopf anzusteuern.

Falls Ihr also noch eine altes iPhone rumliegen habt oder auf dem Sprung wart Geld für eine neue Webcam auszugeben, probiert mal die genannten Apps aus. Sie sind für den alltäglichen Einsatz gut geeignet.

App Store:    Manything     Presence


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