Review: Xiaomi Mijia 360 Grad Kamera im Test

Xiaomi, der chinesische Hersteller, der zuerst von günstigen und guten Smartphones von sich reden gemacht hat, stellt auch einige Heimautomationshardware unter dem Label Mijia her. Hier testen wir die 360 Grad Webcam mit Bewegungserkennung.

Für unter 70 Euro bekommt man eine 1080p taugliche Kamera mit Bewegungserkennung, Infrarot LEDs für die Nachtsicht, Cloudspeicherung der mitgeschnittenen Videos, Möglichkeit der Speicherung auf Micro-SD-Karte (bis max. 32GB) und einen um 360 Grad drehbaren Kamerakopf. Aber der Reihe nach.


Xiaomi Mijia Webcam. Gute und leistungsfähige Hardware.

Xiaomi hat mit der kleinen Kamera ein tolles Design geschaffen, das so ziemlich jedem gefällt, völlig egal ob es mit einem Schneemann, einem Auge oder BB-8 aus Star Wars verglichen wird. Die Bauart hat ihren Sinn: der obere Teil lässt sich per App in alle Richtungen schwenken, so dass man auch größere Räume im Blick hat. Das funktioniert tadellos und ist auch naherzu lautlos. Zudem hat die App sinnvolle Bewegungsstufen eingebaut: kurz antippen lässt den Kopf ein bißchen weiter drehen, langes halten führt zu größeren Bewegungen.

Xiaomi 360 Kamera Verpackung

Xiaomi 360 Kamera Design

Die Verbindung zum Stromnetz findet die kleine Kamera über einen Micro-USB-Stecker. Deutschen Bestellern sei hier gleich ans Herz gelegt ein deutsches 2 Ampere Netzteil dazuzubestellen, da der Kamera nur ein US-Modell beiliegt, was bei uns nicht in die Steckdose passt. Man könnte natürlich auch einen Adapter kaufen, aber dieser ist genauso teuer wie ein anderes Netzteil. Neben der USB-Buchse finden sich Resetknopf und Einschub für die Micro-SD-Karte.

Xiaomi 360 Kamera Micro USB

Xiaomi 360 Kamera Button

Diese kann dazu genutzt werden die Überwachungsvideos aufzuzeichnen oder auch einen Zeitraffer zu erstellen. Für die Nacht hat die Xiaomi Mijia einige LEDs unter der schwarzen Abdeckung rund um die Kamera verborgen, die sich automatisch anschalten, wenn es zu dunkel wird. Es lässt sich dabei ein leichtes mechanisches Geräusch hören. Die LEDs sind so leistungsfähig, dass ein normal großer Raum durchaus komplett überwacht werden kann. Dadurch das die Infrarotstrahlen für das menschliche Auge unsichtbar sind, ist so auch eine störungsfreie Überwachung beispielsweise des eigenen Nachwuchses möglich.

Auf der Vorderseite steht ein Knopf bereit. Wird dieser kurz gehalten, kann die Kamera anscheinend in begrenztem Maße Spracherkennung. Allerdings ist es uns nicht gelungen das auszuprobieren – die chinesische Anleitung bekamen wir nicht sinnvoll übersetzt und die chinesischen Ansagen der Kamera haben wir auch nicht verstanden. Sinnvoll ist der Knopf dennoch: wird er ein paar Sekunden gehalten, ruft die Kamera die App bzw. das entsprechende Smartphone an und man kann telefonieren, mit Sichtverbindung in eine Richtung. Simpel und praktisch.


Durchdachte App. Allerdings nur halb übersetzt und daher teils auf Chinesisch.

Das Ganze geht natürlich auch umgekehrt, so kann man den Anruf aus der App heraus initiieren und somit nicht nur nach dem Rechten sehen sondern auch fragen.

Die App sieht schön aus und bietet umfangreiche Funktionen, allerdings sind zwei Dinge zu beachten: für die Nutzung der Webcam braucht bei Xiaomi Mi ein Konto und Du die App ist nur halb übersetzt. Anscheinend gibt es nur einen halben Mitarbeiter, der in der Firma Englisch spricht. Wir haben die wichtigsten chinesischen Einstellungen der App mal mit dem Google Translator daher abfotografiert. Wenn man die Struktur nämlich einmal im Kopf hat, ist die App einfach zu bedienen.

Xiaomi Mijia Kamera

Das Hinzufügen der Kamera zur App ist nach (etwas nerviger) Erstellung des Onlinekontos recht einfach: Man drückt auf das Plus Zeichen und wählt nach Bild die Kamera aus. Dann WLAN Passwort eingeben, manuell ins eigenständig aufgespannte WLAN der Kamera wechseln, zurück zu App, fertig. Aber seid gewarnt Freunde: Ihr müsst unbedingt „Locale“ bei „China“ belassen. Ich habe es auf „Hong Kong“ gestellt in der Hoffnung die App evtl. ganz auf Englisch zu sehen, aber dann passiert folgendes: die Kamera taucht in der Geräteliste nicht mehr auf und verbringt Stunden damit herauszufinden woran es liegt. ;) Anscheinend hat das alles einen rechtlichen Hintergrund, der den Verkauf von chinesischen Gerät außerhalb Chinas betrifft, aber das ist recht undurchsichtig.

Xiaomi Mijia Webcam

Hat man jedenfalls die Einrichtung überwunden, die bei einem Verbindungsfehler sogar Tipps gibt (die bei uns unnötig waren, da es dennoch funktionierte), hat man im Hauptscreen die Möglichkeiten den Kamerakopf mit den Cursortasten zu bedienen, ein Video auf dem Smartphone aufzuzeichnen (linker Knopf), einen Anruf zu tätigen (Mitte) oder ein Foto zu machen (rechts). Die Daten landen direkt auf dem Smartphone mit einer Auflösung von 640×480. Anzusehen sind sie, wenn man unten in der App die mittlere Schaltfläche anklickt.

Xiaomi Mijia Überwachung

xiaomi-mijia-webcam-1280

Wählt man die Schaltfläche ganz rechts, so kann man die Bewegungserkennung der Kamera einschalten: unterschiedliche Zeiten sind auswählbar (seht Euch die übersetzten Fotos im Forum an). Wem jetzt schon aufgefallen ist, dass 640 Pixel keine 1280 sind hat gut aufgepasst: der Umstand ist, dass direkt aufgenommene Videos und Fotos kleiner sind als die Videos, die per Bewegungserkennung bei Xiaomi auf dem Server landen. Diese kann man später wieder auf das eigene Gerät herunterladen, aber nur über diesen Umweg ist es uns gelungen die volle Auflösung auszunutzen.

Die Bewegungserkennung funktioniert gut und schnell, auch in Zusammenarbeit mit der Nachtsicht. Die Aufnahmen werden direkt auf den Server hochgeladen und man bekommt eine Nachricht wenn die Videos zum Ansehen fertig sind. Die Zeit dabei schwankte im Test von sofort bis hin zu ein zwei Minuten. China ist eben doch nicht nebenan.


Fazit: Schöne und leistungsfähige Security Camera für Technikverliebte.

Wer eine Webcam sucht, die Ihre Aufgabe erfüllen aber ebenfall ein bißchen den Spieltrieb befriedigen soll, der bekommt für einen günstigen Preis gute Hardware mit knuffigem Design, hervorragender Funktionalität und eine extrem nerdige App. Also alles, was einem technischen Gerät ein bißchen Charakter verleiht.

Jeder, der eine simple Plug and Play Lösung sucht, die nach dem Einstecken einfach dröge Ihren Job tut, kann mit der Kamera auch glücklich werden – allerdings erst nach der Einrichtung und einer kurzen Einlernphase mit der App.

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