Warum mich das neue Lenovo ThinkPad X1 Carbon ärgert.

Lenovo hat die neueste Iteration seines 14″ ThinkPad X1 Carbon vorgestellt. Und das ärgert mich.

Blödsinn sich über Technik aufzuregen, schon klar. Sagen wir lieber, es hält einem sehr deutlich vor Augen wie Apple gerade den falschen Weg einschlägt. Viele meinen ja aktuell, dass es Apple mit Produkt- Preisgestaltung übertreibt und auch in der Gesamtstrategie nicht mehr wirklich auf gutem Kurs ist. Lenovos Neuvorstellung macht die Sache nicht besser.

Fangen wie beim Gewicht an: Das ThinkPad X1 mit seinem 14″ Display wiegt gerade einmal 1,18 kg, das sind 190 Gramm weniger als beim 13″ MacBook Pro und ganze 650 Gramm weniger als beim 15″ Modell. Das Display hat entweder 1920×1080 oder 2560×1440 Pixel und hat aufgrund des 16:9 Formates in der hochauflösenden Variante nur eine unwesentlich geringere Pixeldichte als die MacBooks.

Leichter als die MacBooks,
neuere Technik als die MacBooks

Die Grafikeinheit ist mit der Intel HD Graphics 620 besser als bei den MacBooks. Der Grund ist einfach: im ThinkPad kommt schon Intels neue Kaby Lake Generation zum Einsatz, auf die man bei Apple wohl noch eine Weile warten muss. Für die Wartung und laufenden Kosten interessant: sämtliche Bauteile sind leicht und schnell austauschbar. Versagt also die SSD, muss nicht das ganze Board getauscht werden.

Moderne Anschlüsse hat das Lenovo mit zwei Thunderbolt 3 Anschlüssen, lässt aber auch etablierte Verbinder nicht links liegen. So gibt es zwei USB 3.0 Ports, einmal HDMI, Ethernet, MicroSD und sogar MicroSIM. Das Modell ist nämlich optional mit einem LTE-Modem erhältlich, so dass man sich das Verbinden mit dem iPhone oder einem anderen Reiserouter sparen kann.

Bei der Leistung soll die Batterielaufzeit (oder Akkulaufzeit wie es im Deutschen korrekt heißen muss) bei um die 15 Stunden liegen, also in Praxisnutzung wahrscheinlich auch etwas besser als die MacBooks. Und das Design? Gut, das ist jetzt nicht minimalistisches Industriedesign, aber katastrophal ist es auch nicht. Wie üblich Geschmackssache. Sogar eine Touch Bar gab es 2014 bei Lenovo mal, die wurde allerdings wieder abgeschafft.

Wieso ich jetzt gerade dieses Windows-Modell im Apple Blog erwähne? Weil es so ziemlich genau das erfüllt, was ich schon seit langem vermisse: Einen bezahlbaren Rechner, der für den Alltag überaus tauglich ist und auch für Menschen mit durchschnittlich gefülltem Konto erschwinglich. Wie ich in diesem Artikel schon erwähnte, klafft in Apples Produktangebot sei Jahren eine riesige Lücke bei Laptops mit großem Display aber relativ wenig Rechenleistung und integrierter Grafik. Die Standardantwort von mir auf den Wunsch “Ich hätte gerne einen Apple Laptop mit großem Display. Muss aber nicht schnell sein.” ist seit ewigen Zeit: “Gibts nicht. Kauf Dir was Gebrauchtes.”

Apple erkennt die größte Lücke im Produktangebot nicht.

Und diese Situation wird immer schlimmer. Nach Apples letzter Preiserhöhung haben Kunden jetzt die Wahl zwischen einem MacBook 12″ für knapp 1500 Euro ohne echte Rechenleistung, einem MacBook Air 13″ ohne Retina Display und ohne aktuelle Schnittstellen für um die 1100 Euro oder einem MacBook Pro 13″ für knapp 1700 Euro. Das Lenovo soll um die 1350 US-Dollar kosten, legt man mal Apple Umrechnung zugrunde, dürften das ungefähr 1500 Euro werden.

Damit ist es bereits hunderte Euro günstiger als Apples kleines Pro und tausend Euro günstiger als das 15″ Modell. Dabei ist es leichter, bringt die neueste Prozessorgeneration mit, bietet mehr Schnittstellen, und kommt auf Wunsch sogar mit eingebautem LTE Modem. Zwei Dinge sprachen in der Vergangenheit immer für Macs: Die exzellenten Trackpads, die wirklich fantastisch sind, und macOS. Von diesen beiden Punkten fällt das Trackpad jetzt auch weg: die neuen Lenovo Modelle bekommen Microsofts Precision Trackpad, welches wirklich gut ist. Bleibt noch macOS. Der Preis für das Betriebssystem wird jedoch langsam extrem hoch. Vielen, die einfach nur ein großes Display, gutes Trackpad und die neuste Technik haben wollen wahrscheinlich zu hoch.


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