Heimautomation: tado Heizungssteuerung im Installationstest

Ihr möchtet Eure Heizung oder Therme in Eure Heimautomation mit einbeziehen? Wir zeigen Euch die echten Bilder einer Installation und die dirty secrets. ;)

Heimautomation greift wie ein Virus um sich! Naja, das liest man, aber wenn man mal im Bekanntenkreis herumfragt, gibt es da noch viel Luft nach oben. Die meisten sich „Automation“ nennenden Lösungen bestehen meist nur aus Licht an/Licht aus, im Idealfall noch mit der Bedingung „wenn ich (nicht) zu Hause bin“. Da die meisten laufenden Kosten in einem Privathaushalt beim Heizen anfallen macht es Sinn hier anzusetzen und eine Optimierung durchzuführen.

Da man in die Steuerung der Heizung bzw. wie in diesem Fall der Therme eingreifen muss, ist immer ein Austausch der Steuerung notwenig. In unserem Fall haben wir ein Vaillant VRT300 Bedienmodul ersetzt. Aber der Reihe nach.

Zum Testen haben wir uns für zwanzig Euro die erste Variante des tado Connection Kits besorgt, da uns die Firma kein Testexemplar des aktuellen Modells zur Verfügung stellen konnte. Das ist allerdings kein Problem, ist der doch der Anschluß und das Vorgehen exakt das gleiche. Das was fehlt ist nur ein Display am Hauptgerät (ist uns egal, machen wir eh über die App) und die Möglichkeit Heizkörperthermosthate anzusteuern (interessant für alle mit einer größeren Wohnung). Die neuste Variante soll zudem Homekit unterstützen. Das klingt gut, ist aber eigentlich überflüssig, nachdem man alles eingerichtet hat. Das alte Connector Kit bringt sogar noch einen separaten Temperatursensor mit Solarzelle mit. Intern ist zur Pufferung auch eine Batterie vorhanden, die sich leicht tauschen lässt, sollte sie mal leer sein. Das Gehäuse ist mit einer Torx T8 Schraube gesichert und kann leicht geöffnet werden.

Los gehts: Wir bereits erwähnt, muss man das zu Hause angebrachte Bedienmodul ersetzen. Dabei gibt es verschiedene Varianten: kabelgebundene, Modelle die per Funk Daten übermitteln etc. Wieso aber muss die Steuerung ersetzt werden? Die Therme richtet sich nach dem Befehl, der von diesem Bedienteil kommt. Dort stellt Ihr beispielsweise 22 Grad ein und jedesmal wenn es kälter wird, schickt das Bedienteil ein Signal zur Therme, die sich anspringen und heizen lässt. Genau das wollen wir jetzt übernehmen mit einem neuen Steuerungsmodul, dass sich mit dem Internet verbinden kann und somit auch per App steuerbar ist.

Nun ist die Herausforderung die Drähte der Steuerung so an das neue tado Modul anzuklemmen, dass es auch klappt. Zwar sind es nur drei Drähte, aber die Reihenfolge muss eben stimmen. Zudem hat tado nach eingenen Angaben über 14.000 Heizgeräte in der Datenbank, da fragt man vorher lieber noch mal nach.

In unserem Fall gabs nach einigen Stunden ein Extraanleitung, da die Firma wohl die älteren Geräte aussortieren möchte. Uns wurde auch ein Angebot gemacht die alte Steuerung einzuschicken und dafür 50% Rabatt auf das neue Starterkit zu bekommen (also nur 125 statt 250 Euro zu zahlen), aber das ist immer noch mehr als zwanzig Euro und wir haben keine Verwendung für die Mehrfunktionen.

Als erstes sollte Euch klar sein, dass Ihr mit einigen Volt zu tun habt (in unserem Fall bis zu 30 Volt, ein paar Milliampère), so dass Ihr in jedem Falle die entsprechende Sicherung für die Therme bzw. gleich die Hauptsicherung rausdreht, bevor es an die Installation geht.

Gut, also vorsichtig das alte Bedienteil ausgehebelt. Zum Vorschein kommen die drei Steuerungsdrähte. Hier liegt unser einzige Kritikpunkt der von tado geschickten Anleitung: Die Reihenfolge der Drähte wird in einem Bild erwähnt. Allerdings ist das der wesentliche Punkt, weshalb eine eigene Umsortierung auf dem Zettel nochmal jeden Fehler ausschließt. Ja, es sind nur drei Kabel, aber habt Ihr Euch vorher nicht die Reihenfolge aufgeschrieben oder ein Foto gemacht, wird es sehr schnell sehr absurd. Also dann: das alte Gehäuse komplett abklemmen und dann die Kabel umsortieren. Da es häufig massive Kupferkabel sind ist es ratsam die Kabel vorher in die richtige Position zu biegen, bevor man sie mit der neuen Klemme in Verbindung bringt.

Dann noch die Abdeckung drüber, sich fragen, wer eigentlich das letze Mal tapeziert hat, fertig. Jetzt noch die mitgelieferte Bridge an den eigenen Router anschließen. Dieser stellt in Euerer Wohnung die Funkverbindung zwischen sich und der Steuerung her sowie zwischen sich und er tado Cloud. Dabei wird eine hohe Verschlüsselung verwendet, schließlich soll niemand anders Zugriff auf Euere Heizung und Bewegungsprofile haben. Dennoch solltet Ihr, sofern möglich, den Adapter in ein eigenes VLAN stecken, das keine Verbindung zum restlichen Heimnetz hat. Zudem steht und fällt alles mit Eurem Passwort. Also bitte möglichst komplex!

Gut, zehn Minuten Kaffee getrunken und die Sache war online. In der App, die wir jetzt mal nicht zeigen, könnt Ihr die gewünschte Temperatur einstellen, Zeiträume definieren etc. Das bekommt Ihr schon alleine raus. Das alles funktioniert nur sinnvoll, wenn Ihr Euren Aufenthaltsort frei gebt: Seid Ihr nämlich auf dem Weg nach Hause und in einer Stunde da, so fängt die Heizung schon mal an, die Wohnung aufzuwärmen. In diesem Anwendungszweck ist tatsächlich einmal sinnvoll die eigenen Bewegungsdaten tracken zu lassen. Aber Euch muss klar sein, dass tado immer weiß wo Ihr seid. Es ist allerdings ein deutsches Unternehmen, also unterstellen wir einfach mal eine große Sorgfalt.

Fazit: Die Installation ist in zwei Minuten erledigt, wenn man handwerklich nicht ganz unbegabt ist. Die Unterstützung von tado ist vorbildlich. Die Vorbereitung und das Heraussuchenlassen der entsprechenden Installationsunterlagen kann jedoch ein paar Stunden bis einen Tag Wartezeit bedeuten.

Zudem ist nun klar, dass auch die erste Variante der tado Steuerung immer noch einwandfrei läuft. Ohne Display und Homekit, aber who cares: Wir wollten die Heizung im Netz und das ist sie jetzt. Wer also für kleines Geld auf eine alte Variante trifft, kann ruhig zugreifen. Achtet aber darauf, dass die Anschlusspins innen mit A,B,C beschriftet sind. Tragen sie andere Bezeichnungen, soll es nicht klappen – es sind anscheinend zwei Modelle unterwegs.

Möchtet Ihr die neue Variante, die auch Heizkörperthermostate regeln kann, könnt aber nicht auf einen Schlag 250 Euro hinlegen, so könnt Ihr das Ganze auch für ein paar Euro im Monat mieten. Durch die Ersparnisse solltet Ihr die Kosten schnell wieder drin haben. Angaben können wir dazu allerdings noch keine machen, aktuell ist ja Sommer :).

Und wenn Ihr die Netatmo-Variante im Auge habt? Diese sollte auf Nachfrage auch mit unserer Therme laufen, nutzt allerdings eine 230 Volt Schaltspannung, so dass hier besondere Vorsicht geboten ist. Zudem hätten wir die Steuerung an der Therme direkt umklemmen müssen (im Bild von 7,8,9 auf 3,4,5) was ein Aufschrauben derselben bedeutet hätte – und leider auch ein Ende unseres Mutes.

Stellt also vorher genau fest, was Ihr für ein Heizungsmodell habt, lasst Euch die Anleitung zeigen und ruft vorher mal an. Und wer sich gar nicht traut, lässt sich einen Handwerker kommen, lange dauert die Installation ja nicht.



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