Siri unter iOS 11 und macOS High Sierra: Auch nicht so viel schlauer

Siri soll ja unter iOS 11 etwas schlauer geworden sein und auch eine bessere Sprachwiedergabe erhalten haben. Letzteres stimmt sogar, der Intelligenzzuwachs hält sich allerdings in Grenzen.


Siri beherrscht jetzt Anschlußfragen

So beherrscht Siri ab sofort auch einfache Anschlußfragen, also Fragen, die sich auf ein Suchergebnis beziehen, ohne dies wiederholen zu müssen. Fragt man beispielsweise wer Donald Trump ist, bekommt man den entsprechenden Wikipediaeintrag.

Stellt man nun die Anschlußfrage „Und wie alt ist er?“, sollte Siri erkennen, dass sich das „er“ auf eben den amerikanischen Präsidenten bezieht. Dieses geht jedoch mit dieser Syntax gründlich schief.

Formuliert man die Frage ohne „und“, welches Siri komplett aus der Bahn zu bringen scheint, klappt es mit der Anschlußfrage.

Hält man sich also an möglichst simple Fragestellungen ohne menschliche Füllwörter, sind Anschlußfragen an Suchergebnisse möglich.


Siri kann noch nicht übersetzen

Diese Aussage stimmt zumindest für die deutschen Nutzer. Zwar kann das englische Siri von Englisch auf Deutsch übersetzten, das deutsche Siri kann aber nicht auf Englisch übersetzen.

Das scheint auch nicht von der Formulierung abzuhängen, es ist wohl einfach noch nicht implementiert. Hier müssen wir uns einfach noch etwas gedulden.


Fragen, die ein interpretiertes Ergebnis verlangen

Frage man Siri, wer der amerikanische Präsident ist, so bekommt man eine Wikipedialiste präsentiert. Im Gegensatz zum amerikanischen Siri oder einer einfachen Google Suche, die beide gleich den amtierenden Präsidenten vorschlagen, ist das nicht unbedingt beeindruckend.

Noch schlimmer wird das Ergebnis bei der Frage nach dem Bundeskanzler, auf diese Frage wird gar nicht eingegeangen. Die Fragen nach „Bundeskanzlerin“ wird hingegen wieder mit einer Wikipedialiste beantwortet.


Das deutsche Siri versteht immer noch kein Englisch

Das ist immer dann ein Problem, wenn man die Frage auf Deutsch stellt, aber englischsprachige Begriffe enthalten sind, wie beispielsweise Namen oder Songtitel. Sucht man was Deutsches, bekommt man was man erwartet und Siri hat sich eine Tasse Kaffee verdient:

Fragt mal allerdings auf Englisch kommt wieder nur Brei heraus. Für den Alltag allerdings ok: Sagt man Siri sie soll Musik spielen, werden die Song- und Bandnamen etwas besser erkannt.


Siri macht Flüchtigkeitsfehler

Auch neu, allerdings negativ hervorzuheben, ist, dass Siri beispielsweise Wettervorhersagen nicht korrekt vorliest. Statt „Im Moment regnet es in Berlin“ bekommt man dann „Im Moment regnet in in Berlin“. Das ist nicht sonderlich gravierend, aber steht irgendwie stellvertretend für die Performance des Sprachassistenten.


Siri versteht nicht alle App Namen

Möchte man mit Siri Apps öffnen, setzt das vorraus, dass Siri auch die Namen der entsprechenden Apps versteht. Die Einslive App in der Schreibweise 1LIVE ist Beispiel dafür, dass Siri nicht versteht das „1“ das gleiche ist wie „eins“. Zumindest nicht auf dem Smartphone.

Geht man nämlich auf Siris Vorschlag ein, eine entsprechende App im App Store zu suchen, bekommt man korrekterweise die 1LIVE App präsentiert. Etwas absurd.


Siri fällt hinter die Konkurrenz zurück

Siri fällt wie es scheint immer stärker hinter die Konkurrenz zurück. Dabei ist nicht die Spracherkennung unbedingt das Problem: diese funktioniert mit Ausnahme von englischen Begriffen hervorragend. Textdiktate und ähnliches funktionieren gut und auch das Aufrufen von einfachen Dingen wie „Stell den Timer auf zehn Minuten.“ klappen gut. Es fehlt allerdings an dahinterliegender Intelligenz. Siri kann nicht im Kontext denken, zudem ist das englischsprachige Siri anderen Sprachen weit voraus. Im Vergleich zu Amazon und Google muss Apple noch reichlich Arbeit investieren.


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