Was ist G.Fast?

G.Fast ist ein Standard, der es ermöglicht die Geschwindigkeit eines Glasfaserkabels über Kupferkabel fortzuführen. Ein Glasfaseranschluss endet nicht unbedingt immer in der Wohnung, sondern manchmal schon vorher und dann wird wieder auf Kupferkabel übersetzt (siehe folgende Erläuterungen der verschiedenen Ausbaustufen). G.Fast ermöglicht es also auf den letzten Metern existierende Kupferkabel zu nutzen. Also ähnlich wie Supervectoring. Dieses hört jedoch bei 250 Mbit/s auf, wohingegen G.Fast nach der Spezifikation mit 106 MHz bis zu 1000 MBit/s übertragen kann, bei 212 MHz Variante sogar bis zu knapp 2000 MBit/s. Der Verlust zu der Geschwindigkeit im Glasfaserkabel ist also gering bis gar nicht vorhanden.

Ein passendes Modem für G.Fast Anschlüsse ist beispielsweise das DrayTek Vigor 166 G.Fast Modem.


Was ist FTTH – Fiber to the Home?

Es gibt unterschiedliche Ausbaustufen von Glasfaseranschlüssen, sortiert je nachdem wo die Leitung aufhört und die herkömmliche Kupferleitung wieder beginnt. Nehmen wir an, Ihr habt die beste Variante, FTTH (Fiber to the Home), dann wird Euch im Idealfall das Kabel bis zum Schreibtisch gelegt und Ihr könnt an die optische Leitung auch einen Router mit einem entsprechenden SFP Port anschließen (der Vigor 2133FVac wäre so ein Kandidat). Für die interne Hausverteilung nimmt man dann aber doch wieder Kupferkabel, die standardmäßig 1 GBit/s unterstützen, und die inzwischen auch 2,5, 5 und 10 GBit/s in der höchsten Ausbaustufe schaffen. Warum also nicht auch auf den letzen Metern vor dem Haus Kupfer verwenden? Das macht man ja schon mit Supervectoring und G.Fast ist eine deutlich schnellere Variante dieser Idee.


Was ist FTTB – Fiber to the Building?

Gut, nehmen wir an, Ihr habt nun keine Glasfaser bis in die Wohnung liegen, sondern nur bis zum Keller Eures fünfstöckigen Hauses – das wäre FTTB (Fiber to the Building). Damit liegt also die Glasfaser schonmal im Gebäude, aber bis zu Eurer Wohnung geht es per Kupfer weiter. Liegt nun dieser Übergabepunkt im Keller und Eure Wohnung ist im fünften Stock, könnt Ihr mit G.Fast die von der Glasfaser angelieferte Geschwindigkeit über die herkömmlichen Kupferleitungen in Eurem Haus übertragen. Damit entfällt die Neuverkabelung des ganzen Hauses. Das macht man teils schon mit Supervectoring, aber da ist wie gesagt bei 250 MBit/s im Downstream Schluß (vom Upstream gar nicht zu reden).


Was ist FTTC – Fiber to the Curb?

Endet die Glasfaserleitung nun noch eher, beispielsweise am Straßenrand, dann ist das FTTC (Fiber to the Curb). Auch hier lassen sich dann einfach die bereits liegenden Kupferkabel mit G.Fast nutzen, so dass sie Glasfasergeschwindigkeit übertragen können. Wer sich inzwischen fragt, warum dann überhaupt Glasfaser gebaut wird: Die G.Fast Technik funktioniert nur auf kurzen Strecken von 100 bis 200 Metern gut, bei 300 sind wir wieder auf VDSL2 Niveau. Es taugt also nur für die letze Meile – aber genau diese ist ja besonders kostenintensiv umzurüsten.


Was ist FTTdp – Fiber to the Distribution Point?

Es gibt also FTTH, FTTB, FTTC – alles mit abnehmender Entfernung zur heimischen Wohnung. Als Zwischending gibt es zudem FTTdp (Fiber to the Distribution Point). Das ist sozusagen ein eigenes kleines Unternetz, dass einen Glasfaseranschluß auf mehrere Kupferleitungen mit Supervectoring oder G.Fast aufteilt. Also: Glasfaseranschluß muss nicht immer heißen, dass es der optische Lichtleiter bis in Eure Wohnung schafft – es kann mit G.Fast auch ausreichend sein, die letzen paar Meter wieder auf Kupfer zu setzen. Die neue Technik ist schnell genug, dass in den meisten Situationen keine Geschwindigkeit verschenkt werden sollte.

DrayTek Vigor 165 166 Modem G.Fast Ports


Wer bietet Glasfaserleitungen für Endkunden in Deutschland an?

Glasfasergeschwindigkeit (mit den genannten Methoden inklusive der letzen Meter auf Kupfer) bieten in Deutschland entweder die Deutsche Glasfaser an (FTTH), sowie M-Net in München und NetCologne in Köln. Die Telekom selbst setzt weiterhin auf Supervectoring und verweigert sich mehr oder weniger Glasfaseranschlüssen. Teils lässt sie mit richterlicher Erlaubnis auf G.Fast basierende Anschlüsse auch abschalten oder drosseln um das eigene Supervectoring weiter betreiben zu können.

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