2,5 Gbit USB Adapter nachrüsten besser als 5 Gbit oder 10?

Primewire 25 Ethernet USB Adapter

Ihr könnt Euren Mac mit einem 2,5, 5 oder 10 Gbit USB Adapter aufrüsten. Aber welcher ist eine smarte Wahl?

Neue Macs lassen sich mit einer Netzwerkschnittstelle ordern, die bis zu 10 Gigabit pro Sekunde übertragen – eine schnelle und praktische Sache. Die Fragen, die sich nun stellen, sind: Welchen passenden Switch kaufe ich dazu? Die Frage haben wir hier für Euch beantwortet. Und zweitens: wie bekomme ich ältere Macs ins schnelle Netz, die noch nicht von Haus aus einen so schnellen Ethernetport haben (oder auch überhaupt keinen wie alle MacBooks)?

Der logische Schritt ist natürlich der Griff zu einem USB Adapter, den es mit normalem USB-A oder neuem USB-C Stecker gibt (Ihr könnt das natürlich auch adaptieren). Diese gibt mit 2,5 Gbit/s, 5 Gbit/s und 10 Gbit/s Geschwindigkeit. Welchen sollt Ihr nun wählen? Die erste Einschätzung, hier einfach nach Speed zu entscheiden unterschätzt leider die Komplexität der Produkte.


10 Gbit/s USB Adapter für den Mac – schnell und teuer

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Fangen wir zuerst mit den 10 Gbit/s Varianten an. Diese holen das Maximum an Geschwindigkeit heraus, sind am teuersten und verbraten auch einiges an Energie. Dafür gibt es sie auch als Glasfaser SFP+ Variante. Zu diesen Modellen würden wir greifen, wenn Geschwindigkeit für Euren Arbeitsprozess eine wichtige Rolle spielt und Kosten durch die eingesparte Zeit wieder eingespielt werden. Sinnvoll und fast schon Pflicht ist die Investition zudem, wenn Ihr ein Netzwerk anzapft, dass diese Geschwindigkeit auch liefern kann. Warum solltet Ihr Euch dann mit weniger zufrieden geben? Alle Adapter in diesem Bereich laufen auch überwiegend stabil, man bekommt also etwas für sein Geld.


2,5 Gbit/s USB Adapter für den Mac – gut

Bleibt die Entscheidung zwischen Ethernet USB-Adaptern mit 2,5 Gbit und 5 Gbit Geschwindigkeit. Wir nehmen die Entscheidung hier direkt vorweg: Wir würden zu einem 2,5 Gbit Adapter greifen. Diese haben mehrere Vorteile:

  • sie sind günstig (ab knapp über 20 Euro)
  • sie laufen meist ohne Treiber
  • sie sind sparsam und schnell genug

Jetzt ist die Frage, was ist schnell genug? Nun angenommen, Ihr braucht das für Heimnetzwerk oder kleine Netzwerk im Unternehmen, dann braucht Ihr auch eine Gegenstelle, beispielsweise ein NAS dass 2,5 Gbit liefern kann. Dazu gehören einige NAS von Qnap beispielsweise.

Die von Synology lassen sich auf einige Faust per USB-Adapter nachrüsten oder man greift gleich zu einem 10 Gbit Modell. Da meist aber noch Festplatten verwendet werden, sind die über 250 MB/s, die Ihr über einen solch günstigen Adapter bekommt, ziemlich ausreichend. Und Ihr seid damit schon fast drei Mal schneller als die alte Gigabitvariante – ohne wesentlich höhere Kosten oder Energieverbrauch. Ob das für Euch ausreicht müsst Ihr natürlich selbst entscheiden, aber nicht nur das Preis-Leistungsverhältnis ist deutlich besser als das der 5 Gbit Varianten. Die langsameren schonen auch Eure Nerven. So laufen sie fast ausnahmslos alle ohne zusätzliche Treiberinstallation.


5 Gbit/s USB Adapter für den Mac – mit Vorsicht zu genießen

Und was das für Zeit spart wisst Ihr ja. Die 5 Gbit Varianten hingegen brauchen aktuell noch eine Treiberinstallation (wenn es denn für macOS überhaupt einen gibt) und für diese müsst Ihr Euch manchmal sogar auf der Kommandozeile auskennen. Also nicht wirklich Plug and Play.

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Dafür, dass die Adapter dann bis zu fünf mal teurer sind irgendwie keine gute Situation. Aber vielleicht findet Ihr ein Modell mit einfach zu installierendem Treiber, dann überrascht Euch ein anderer Umstand: es kann nämlich sein, wie beim Sonnet Modell, dass zwar 5 Gbit draufsteht, der Netzwerkteil aber nur mit 5 Gbit/s USB Geschwindigkeit angebunden wird. Das mag jetzt passend aussehen, allerdings sind bei USB noch die Verwaltungsdaten abzuziehen (Overhead). Damit ist dann schon bei ca. 350 MB/s Schluß und Ihr liegt gegenüber dem 2,5 Gbit USB-Adapter nur maximal läppische 70 MB/s drüber – bei einem vielfachen des Preises und höherem Aufwand. Ihr zahlt also einen hohen Aufpreis um die Geschwindigkeit von um 280 MB/s auf 300 – 350 MB/s anzuheben. Wenn es Euch wirklich auf viel Speed ankommt, solltet Ihr dann doch gleich zu den Topmodellen mit 10 Gbit/s greifen.

Dass diese Geschwindigkeitsbeschränkung existiert ist wohl dem Umstand geschuldet, dass die Netzwerkseite, die durchaus 5 Gbit/s erreicht per USB 3.2 Gen 1 angebunden wird. Und diese hat auch 5 Gbit/s – allerdings brutto. In der Praxis bleiben davon so um die 3 Gbit/s übrig – was den geringen Praxisvorteil gegenüber den 2,5 Gbit/s Adaptern erklärt, die nahezu die komplette Netzwerkgeschwindigkeit umsetzen können. 5 Gbit/s Adapter hätten mit 10 Gbit/s angebunden werden müssen, um kein Nadelöhr zu haben. Das wiederum wäre dann aber wohl wieder zu teuer gewesen.


Billig ist in diesem Fall nervenschonender

Wir würden Euch daher aktuell schlicht zu einem günstigen Mac tauglichen 2,5 Gbit Adapter raten, die sich wahrscheinlich in Zukunft zum neuen Standard mausern werden. Wer deutlich mehr Geschwindigkeit sucht sollte gleich zu den 10 Gbit Modellen greifen, die viel Kosten, aber auch konstant viel Leistung bringen. Wer sich ein 5 Gbit Modell zulegen möchte, sollte zumindest unter macOS einiges an Aufwand mit einplanen und damit rechnen, dass es nicht sofort stabil läuft. Kauft Ihr einen Mac neu, so würden die 100 Euro Aufpreis für eine 10 Gbit Ethernentschnittstelle investieren – diese läuft schließlich auch mit den geringeren Geschwindigkeiten, so dass Ihr das restliche Netzwerk auch kostengünstig mit 2,5 Gbit Komponenten ausstatten könnt.

Eine Ausnahme für den 5 Gbit Adpater von Qnap gibt es allerdings: wenn Ihr ein Qnap NAS habt, dann kann der Adapter direkt über USB angeschlossen werden. Die Treiber sind schon im Betriebssystem QTS installiert (ausgenommen sind einige kleinere Modelle). Prüft daher vorher auf der entsprechenden Kompatibilitätsseite bei Qnap ob Euer Modell auch wirklich den 5 Gbit Adapter unterstützt.

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