MagineTV Fernsehstreaming angetestet

Fernsehen ist der Bereich, dessen Verbreitungsmedium sich ins Internet verlagert, genauso wie es schon mit Telefonie der Fall der war. MagineTV ist der neueste Ableger dieser Dienste.

Sender

Wer kein Fernsehen über die herkömmlichen Verbreitungswege DVB-T, DVB-C oder DVB-S empfangen kann oder möchte, oder wer spezielle Wünsche hat, auf welchem Endgerät das Signal am Ende landen soll, der könnte mir einer Fernsehstreaminglösung glücklich werden.


Die Situation

Möchte man nur auf einem Gerät fernsehen, tut es ein herkömmlicher USB-Stick. Rechner an und man empfängt das Signal. Möchte man dieses aber auf anderen Endgeräten sehen, wie einem iPad, so braucht man ein Gerät, dass dieses Fernsehsignal ins Netzwerk einspeist, wie die Geräte von Elgato. Diese geben jedoch keine Sender wieder, die grundverschlüsselt sind.

Auf der anderen Seite der Contentverteilung stehen Video-on-demand-Dienste wie netflix, die gewünschte Inhalte einfach per App auf das Endgerät streamen. Eine tolle Sache, aber sie funktionieren wie eine Videothek und bieten kein Live-Fernsehprogramm an.


Die Optionen

Wir suchen also eine Lösung, die das Fernsehsignal streamt wie Netflix, aber aktuelles Fernsehprogramm bringt wie die DVB-Verbreitungswege. Von denen gibt es aktuell drei (sollten wir einen übersehen haben, teilt es uns bitte mit). Entertain von der Telekom, Zattoo und MagineTV, den neuesten Vertreter dieser Spezies.

Bei der Telekom ist Entertain teil des Internetanschlusses und kann für knapp zehn Euro im Monat dazugebucht werden. Dafür gibt es über hundert Sender, wenn möglich auch in HD und man bekommt einen Receiver dazu. Auch gibt es Apps fürs iPad, so dass man auch mal Garten fernsehen kann.

MagineTV hat für den Content den besten Preis.

Zattoo war der erste Dienst, der unabhängig von einem Telekom-Anschluss das Fernsehen gestreamt hat. Dort sind die Grundsender wie die Öffentlich-Rechtlichen gratis zu empfangen und es gibt Software für mobile Geräte, Amazons Fire TV Devices, Mac, Xbox usw. Möchte man Privatsender und eine höhere Auflösung nutzen, kostet der Dienst knapp 10 Euro im Monat. Bisher ein gutes Angebot.

MagineTV

MagineTV bietet für knapp zwölf Euro jedoch schon zusätzlich zu den Privaten und HD-Auflösung einige Sender aus Hollywood. Wer also an TNT Film oder Universal HD interessiert ist, wird eher hier fündig. Das Paket mit nur deutschen Sendern kostet mit fünf Euro nur die Hälfte im Vergleich zu Zattoo, die Grundsender sind auch hier frei.

Im Test klappte der Empfang auf zwei Macs einwandfrei, als Softwarebasis wird Microsoft Silverlight verwendet. Aktuell gibt es auch Apps für Mobilgeräte, allerdings keine separate App für den Mac oder gar ein Plug in für irgendein Mediacenter. Die HD-Auflösung sah subjektiv etwas stärker komprimiert aus als ein direkter DVB-S2 Stream, aber nicht schlecht. Die Auslastung in HD-Auflösung führte auf einem MacBook Pro mit Core2Duo zu starkem Lüfterrauschen. Der iMac blieb ruhig.


Eure Entscheidung

Vom Preis kann man sagen, dass MagineTV die Nase vorn hat, wenn man nicht auf eine Software oder Plug-in für sein Endgerät angewiesen ist. Bei diesen hat Zattoo einen Vorteil. Vor der Entscheidung könnt Ihr ja mal einen Blick auf die unterstützten Geräte werfen. Wer bei der Telekom Kunde ist, für den kommt natürlich auch Entertain in Frage.

Das Schöne an den Streamindiensten ist, dass sie monatlich kündbar sind – mit Ausnahme des Telekomangebotes. Man kann sich also kaum falsch entscheiden und nach Wunsch auch mit anderen Diensten wie dem angesprochenen netflix oder maxdome kombinieren.

Gerade wenn das Fernsehsignal auf verschiedenen Geräten landen soll, kann es besser sein es gleich gestreamt einzukaufen, als erst selbst zu empfangen und dann für das Heimnetzwerk aufzubereiten. Als Entscheidungshilfe kann folgende Rechnung dienen: der Elgato netstream kostet 200 Euro, die Grundsender in HD bei MagineTV knapp 5 Euro pro Monat. Macht also 40 Monate fernsehen, bis sich das Gerät bezahlt gemacht hätte, Stromkosten mal nicht eingerechnet.

Wichtig ist in jedem Fall, dass Ihr vorher Eure Nutzungsgewohnheiten überdenkt. Aktuell findet aber der Wandel zu Streamingdiensten unaufhaltsam statt und die nötige Software reift und bietet immer mehr Funktionen. Probiert Euren Wunschdienst einfach mal aus, der erste Monat ist meist völlig kostenlos.


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