Soll ich ein MacBook Air 2018 kaufen? Nein, lieber ein MacBook Pro 2017.

Die Überschrift sagt Euch schon worum es geht, wir begründen es Euch ausführlich.

Das neue MacBook Air 2018 bekommt überall ganz gute Kritiken. Allerdings finden wir, dass es zu teuer ist, für das, was es technisch bietet. Sinnvoller ist es 150 Euro draufzulegen und sich ein MacBook Pro ohne Touch Bar zu kaufen – dieses ist technisch in jeglicher Hinsicht überlegen.


Das Display im MacBook Air 2018 leuchtet nicht so hell

Das ist der offensichtlichste Punkt: Das MacBook Air 2018 hat jetzt zwar ein Retina Display, allerdings leuchtet es nicht sonderlich hell. Wer also häufig unterwegs oder im hellen Büro arbeitet, kommt mit dem Air Display sehr schnell an die Grenzen, was irgendwie schade ist. Das Display leuchtet nur mit 250 bis 300 Nits. Das ist wesentlich weniger als das MacBook Pro mit 500 Nits erreicht. Zudem ist es auch dunkler als das 12″ MacBook und sogar schlechter als das originale MacBook Air ohne Retina Display. Dieser Umstand wird bei der Kaufentscheidung schnell übersehen, fällt dann aber beim täglichen Arbeiten umso mehr ins Gewicht. Nehmt Euch also die Zeit und guckt Euch im Laden den Unterschied zwischen den Geräten an. Dieser Umstand alleine könnte für viele schon das Ausschlußkriterium sein.

Zudem sind die Farben lange nicht so knallig wie beim einem MacBook Pro. Letzteres liefert einen P3 Farbraum im Gegensatz um einfacheren sRGB. Auch im Vergleich mit einem 13″ MacBook fällt es etwas ab, obwohl beide den gleichen Farbstandard liefern sollen. Wenn Euch also ein gutes Display wichtig ist, greift entweder zum MacBook oder zum MacBook Pro. Besonders Fotografen sollten zum MacBook Pro greifen.


Der Prozessor im MacBook Pro ist schneller

Apple verbaut im MacBook Pro einen 15 Watt Prozessor. Dieser ist zwar im Vergleich mit dem im MacBook Air eine Generation hinten, ist aber dennoch immer noch schneller. Falls Ihr also auch mal etwas rechenlastigere Aufgaben durchführen möchtet, ist das MacBook Pro wesentlich besser geeignet, gerade auch weil der Prozessor hier per Heatpipe und Lüfter gekühlt wird. Das Air hat zwar auch einen Lüfter, dieser bewegt die Luft aber nur über den Kühlkörper des Air, beide sind nicht per Heatpipe verbunden. Zudem ist der Lüfter recht klein und kann bei Rechenaufgaben schon mal etwas lauter werden.



EigenschaftMacBook Air 2018MacBook Pro 2017Veränderung
Preis1.349 Euro1.499 Euro+11%
Helligkeit Display300 nits500 nits+66%
Farbraum DisplaysRGBP3+25%
Rechenleistung Single Core39724318

+9%
Rechenleistung Multi Core73829072+23%
Leistung Netzteil30 Watt61 Watt+103%

Und für um die zehn Prozent Aufpreis zwanzig Prozent mehr CPU Rechenleistung? Das solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen. Üblicherweise kostet ein optionaler Prozessor, der so um die um die zehn Prozent schneller ist ein paar hundert Euro. Also lohnt sich rechnerisch allein schon dieser Schritt.

(Benchmark Ergebnisse von Geekbench)


Die Grafik im MacBook Pro ist besser

Das MacBook Pro kommt mit einer Iris Plus Graphics 640, das Air mit einer UHD Graphics 617, beide von Intel. Die Variante im Pro MacBook ist besser und schneller. Sie bringt sogar 64 MB eigenen Speicher mit. Zusammen mit dem schnelleren Prozessor schlicht die leistungsfähigere Lösung.


Das Trackpad ist größer im MacBook Pro

Das Trackpad ist in beiden Modellen ein Forcetouch Trackpad. Und sämtliche Apple Trackpads sind eine Freude, egal wie groß oder klein sie sind. Auch das Modell im kleinen 12″ MacBook ist wunderbar zu bedienen. Aber da es hier um die Unterschiede geht, die Ihr für einen kleinen Aufpreis bekommt, soll hier auch das Trackpad nicht fehlen: und dieses ist im MacBook Pro einfach größer und angenehmer zu bedienen.


Die Ladezeit beim MacBook Air ist höher

Diese Eigenschaft wird auch häufig übersehen und nervt dann im Alltag. Wollt Ihr Euren Mac schnell aufgeladen haben, so kommt es darauf an, wie groß der Akku ist der gefüllt werden muss und wie leistungsfähig das Netzteil ist, dass die Energie in den Stromspeicher pumpt. Ist der Mac währenddessen noch eingeschaltet und Ihr arbeitet parallel, kommt es zudem darauf an, wieviel die Komponenten wie Display und Prozessor an Strom ziehen.



EigenschaftMacBook 2017MacBook Air 2018Veränderung
TDP Prozessor5 Watt7 Watt+40%
Akkugröße41,4 Wh50,3 Wh+22%
Leistung Netzteil30 Watt30 Wattunverändert

Das MacBook Air 2018 kommt, ebenso wie das MacBook 2017, nur mit einem 30 Watt Netzteil. Für das kleine Modell ist das ausreichend. Beim MacBook Air wird das aber zu langen Ladezeiten führen: So ist der Akku deutlich größer und der Prozessor zieht mehr Strom. Ins Gewicht fallen dürfte zudem das größere Retina Display. Wenn also die Leistung des Netzteils gleich bleibt, Akkugröße, Displaygröße und CPU Verbrauch aber steigen ist die einzige Möglichkeit den Akku voll zu laden ein Anstieg der Ladezeit.

Das MacBook Pro hingegen kommt zwar mit einem deutlich leistungshungrigeren Prozessor (15 Watt) und einem etwas größerem Akku, allerdings gibt es gleich ein 61 Watt Netzteil dazu, es steht also immer genug Leistung zur Verfügung. Wer jetzt auf die kommt einfach ein 61 Watt Netzteil für das MacBook Air dazuzukaufen, dem sei gesagt: keine schlechte Idee. Allerdings kostet das USB-C Netzteil 75 Euro und das ist schon die halbe Differenz zum besseren MacBook Pro.

Lasst Euch von den Vorstellungen, den Ihr mit dem Namen MacBook Air verbindet, nicht verwirren.


MacBook Air mit Touch ID und Tastatur der dritten Generation

Die zwei Punkte, die das aktuelle MacBook Air dem MacBook Pro voraus hat sind der Touch ID Sensor und das Keyboard der dritten Generation. Der Touch ID Sensor ist natürlich super, da gibt es gar nichts zu diskutieren: Finger aufgelegt und der Mac ist entsperrt. Das ist exzellent. Beim MacBook Pro muss man dafür das Modell mit der Touch Bar kaufen (vielleicht nur bis zum nächsten Update). Das ist so cool, dass vielleicht viele extra das Air aufgrund dieses Features nehmen werden und alle anderen Nachteile dafür in Kauf nehmen.

Zudem liegt die Tastatur schon in der dritten Generation vor. Sie ist nun mit einer Silikonschicht versehen, die Schmutz aus der filigranen Mechanik fernhalten soll. Das kleinste MacBook Pro hat diese Schutzfolie noch nicht. Wir stellen aber fest, dass die Haltbarkeit sehr davon abhängt, ob Ihr beispielsweise am Mac esst und die Tasten gerne mal vollkrümelt oder nicht. Im Gegensatz zu den älteren Apple Tastaturen ist der Hub bei der Butterfly Mechanik so gering, dass sie nicht sonderlich fehlertolerant sind. Hier müsst Ihr also entscheiden: Display gegen Tastatur. Wir plädieren für das bessere Display.


Ist das MacBook Air schlecht? Keinesfalls. Aber das Pro ist das bessere Angebot.

Ist das MacBook Air ein schlechter Laptop? Keinesfalls. Es ist ok, aber eben im Vergleich zu einem MacBook Pro einfach viel zu teuer. Kauft Ihr ein MacBook Pro bekommt Ihr eins der größten Trackpads, das beste Display, hervorragende Leistung, kurze Ladezeit und insgesamt ein sehr gut zusammengestelltes Paket. Kauft Ihr ein Air, so bekommt ihr das schlechteste Display der ganzen MacBook Reihe, eine ordentliche Leistung mit längerer Akkuladezeit und ein Gehäuse, das fast so schwer ist wie das MacBook Pro. Dafür gibt es einen Touch ID Sensor.

Das MacBook Pro ist für alle, die eigenes Geld sinnvoll investieren möchten und Emotionen außen vor lassen.

Das MacBook Air ist ein der aktuellen Version eine zusammengestrichene Version geworden, die mit dem inspirierenden Konzept des Vorgängers nur noch wenig gemein hat. Ja, wir wissen auch, dass die Emotion auch kaufentscheidend ist, aber hier scheint Apple mit dem guten Namen zu spielen, dass sich das MacBook Air in der alten Version gemacht hat. Das neue Modell gehört nicht in diese Reihe.

Habt Ihr also die 150 Euro, nehmt ohne nachzudenken das Pro. Es ist einfach viel, viel besser. Oder Ihr nehmt das 12″ MacBook. Das ist viel, viel leichter und kommt zudem mit nutzbaren 256 GB an Speicher. Das MacBook Air könnt Ihr natürlich auch kaufen, wenn Ihr den nostalgischen Namen mögt. Das Preisleistungsverhältnis ist aber bei weitem das schlechteste von allen MacBooks.

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