Unabhängiger Reparaturbetrieb in Norwegen verliert vor Gericht gegen Apple

Iphone Display Shattered

Ein Reparaturbetrieb, der aufgearbeitete iPhone Displays verwendete, ist Apple vor Gericht unterlegen.

Ein in 2017 von Apple verklagter iPhone Reparaturbetrieb in Norwegen hat vor Gericht in zweiter Instanz gegen Apple verloren wie The Register berichtet. Damit hat der Inhaber die entsprechenden Displays zu vernichten und insgesamt Kosten von über 20.000 Euro zu tragen.

Vor Gericht wurde sich um etwa 60 iPhone Displays gestritten. Deren Panel war zwar original, sie wurden aber in China mit einem neuen Glas versehen und waren daher aufbereitet. Das Problem an der Geschichte waren die nicht ganz entfernten Apple Logos auf den Produkten. Apples Argument vor Gericht war nun, dass es sich damit um gefälschte Produkte handelte.

Das Gericht kam nun dieser Ansicht nach. Man sieht also den Umstand gegeben, dass es aufgrund der aufgebrachten Apple Logos zu einer Verwechselung mit originalen Apple Teilen kommen könnte. Das ist in diesem Fall tatsächlich eine schlechte Position für den Verklagten: wären es einfach Nachbauten ohne Apple Logo gewesen oder gebrauchte originale Teile, so wäre das Urteil vielleicht anders ausgefallen.

Iphone Display Refurbished

Anderseits hätte man auch argumentieren können, dass man mit einmal gekauften Produkt machen kann was man will: so kann ich mein defektes Display durchaus an einen Wiederverwerter geben und dieser kann es aufarbeiten – das hat ja nichts mit Fälschung zu tun. Wer beispielsweise mal einen gebrauchten, aufgearbeiteten Motor für ein Auto gekauft hat, weiß das. Dieser ist nur wieder funktionstüchtig, weil ein Aufbereiter diesen wieder instand gesetzt hat – ohne Kontrolle des eigentlichen Herstellers. Dennoch ist der Motor jetzt keine Fälschung, obwohl für Außenstehende eben nicht erkennbar ist, dass er nicht direkt vom Hersteller kommt und er immer noch das originale Logo trägt.

Apple aber möchte das das Reparaturgeschäft nicht öffnen, um die Einnahmen dadurch nicht zu verlieren. Für Kunden ist das teils sehr nachteilig, da auf dem offiziellen Wege für ältere Geräte Ersatzteile schlicht nicht zu bekommen sind. Trotz Apples ständiger Betonung wie nachhaltig das Unternehmen doch sei, wird darauf gedrängt defekte Geräte einfach wegzuschmeißen.


Wir brauchen Regeln fürs Reparieren

Für viele Kunden wäre es absurd wenn sie Reparaturen am eigenen Haus nur von demjenigen durchführen dürften, der es auch gebaut hat. Oder mit Ihrem Auto nicht in eine freie Werkstatt dürften um dort eine günstige Reparatur ausführen zu lassen. Aber gerade das letzte Beispiel musste in Deutschland auch erkämpft werden: Die Hersteller wurden schlicht verpflichtet kleinen unabhängigen Werkstätten die Reparaturunterlagen zur Verfügung zu stellen. Wir denken, dass mit der Right-to-Repair-Bewegung dieses auch für Elektronik ansteht.

Immer mehr Leuten geht das Verhalten von Firmen wie Apple gegen den Strich. Dabei handelt es sich nicht um die Reparatur von drei oder vier Jahre alten Geräten – auch wir geben diese zu Apple, weil wir einfach die beste Qualität haben möchten. Sind die Geräte jedoch ein paar Jahre älter ist es in der heutigen Zeit umwelttechnisch einfach unverantwortlich die Geräte wegschmeißen zu müssen, weil sich der Hersteller weigert Teile zu liefern und dann auch noch Reparaturbetriebe verklagt. Stattdessen wird einem präsentiert wie nachhaltig man doch ist. Und ja, wir können das nachvollziehen: wir haben für unseren iMac von Apple kein Display mehr bekommen, weil: „Schmeiß weg.“ Haben wir natürlich nicht gemacht und uns anderswo bedient. Seltsam, wie man heutzutage durch humanistisches und nachhaltiges Verhalten schon zum Wirtschaftspunk wird.

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