Ihr habt ein paar alte MacBooks und installiert immer mal per Patch ein aktuelles macOS? Dann braucht Ihr einen Datenträger, der die über acht Gigabyte jedesmal aufnimmt. Wir haben uns mal genauer angeschaut, ob ein altes Firewire Gehäuse noch nützlich ist für diese Aufgabe.

Firewire Platte USB Stick

Firewire deshalb, weil es hier noch rumlag und weil alte MacBooks (so bis 2011) nur USB 2.0 Ports haben und deshalb Firewire die deutlich schnellere Alternative wäre. USB läuft natürlich immer, aber was wenn man da auch einen Stick nimmt, der nicht wirklich schnell ist?

Wir haben also die Erstellungszeit mit dem Catalina Patcher gemessen für eine herkömmliche 2,5 Festplatte, einmal per Firewire 800, einmal per USB 2.0 verbunden sowie das gleiche nochmal mit einer eingebauten 2,5″ SSD. Dazu der Stick.

Datenträger/PortZeit Erstellung (m:s)
HDD USB 2.06:38
HDD Firewire3:35
SSD USB 2.07:23
SSD Firewire2:38
USB Stick34:13

Die Bootzeiten haben wir mit einem Mojave Installer gemessen, da 10.15 nicht mehr über Firewire bootbar ist. Auch dort haben wir die gemessenen Zeiten mit dem USB Stick verglichen.

Datenträger/PortBootzeit (m:s)
HDD USB 2.01:36
HDD Firewire1:34
SSD USB 2.00:47
SSD Firewire0:44
USB Stick0:53

Ergebnis: bei der Erstellung ist der schnellere Firewire Port deutlich von Vorteil (sofern man kein USB 3.0 zur Verfügung hat). Der Grund ist klar: im Prinzip kopiert man einfach acht Gigabyte von A nach B und da kommt es schlicht auf die Geschwindigkeit an. Überraschend bei unserm Test: die SSD am USB Port war langsamer als die herkömmliche Festplatte. Das war auch beim zweiten Mal so – eigentlich sollte das nicht so sein, wir nehmen das mal als Ausreißer. Es fällt also auf, dass der schnellere Anschluß gewinnt, die SSD bringt nur etwa 30 Sekunden Ersparnis. Der Stick hingegen braucht über eine halbe Stunde. Es handelte sich um einen SanDisk Cruzer Mini, und dieser schafft tatsächlich nur 5 MB/s beim Schreiben. Mehr muss man dazu nicht sagen.

Beim Booten bis zum Installationsmenü sind die Zeiten mit SSD deutlich unter denen einer mechanischen Festplatte. Da dabei viele Dateien parallel angefordert werden war das zu erwarten. Diese Erfahrung wird jeder machen, der ein altes MacBook auf SSD umrüstet – der Fakt, dass SSDs in diesem Bereich einfach deutlich besser sind, macht sich im Alltag deutlich bemerkbar.

Firewire 800 Ports

Interessanterweise war unser beim Schreiben so lahme USB-Stick mit der ausgewachsenen SSD am Firewire Port nahezu gleich auf! Die Geduld beim einmaligen Beschreiben des Sticks würde sich also bei mehrfachem Einsatz wieder bezahlt machen.

Stellt sich die Frage: lohnt es sich? Naja, hat man ein Firewiregehäuse, dann lohnt es sich das einzusetzen. Allerdings nur wenn der Mac kein USB 3.0 hat und man auch nur Mojave installieren will. Ab Catalina 10.15 kann nicht mehr von Firewire gebootet werden und damit ist der Geschwindigkeitsvorteil sowieso nicht mehr nutzbar. Und wer einen solch langsamen USB Stick nutzt, muss beim Beschreiben viel Geduld mitbringen.

Unser Rat daher: kauft einfach einen modernen USB Stick mit USB 3.0 für ein paar Euro*. Dieser sollte sich geschwindigkeitsmäßig auf Firewire Niveau bewegen und zudem in gewissem Maße die Vorteile einer SSD mitbringen – selbst wenn er, wie bei alten MacBooks notwendig, nur per USB 2.0 angeschlossen wird. Der technische Fortschritt hat hier einfach gesiegt.

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