Die Mesh Ära: Apple AirPort Extreme Alternativen

Wer einen neuen WLAN Router sucht und sich nicht mehr auf Apples AirPort Reihe verlassen möchte, findet eine ganze Reihe guter Alternativen.

Apple hatte vor kurzem angekündigt, die aktuellen AirPort Modelle nicht mehr weiterzuentwickeln und in Kürze ganz einzustellen. Für WLAN sind wir also nun auf andere Hersteller angewiesen. Da inzwischen die technische Weiterentwicklung vorangeschritten ist, listen wir Euch hier moderne Mesh Systeme. Ein Mesh Netzwerk zeichnet sich dadurch aus, dass die teilnehmenden Knoten untereinander alle verbunden sind. Wenn also einer ausfiele, kann das Signal noch über eine andere Strecke ankommen. Bekanntestes Beispiel ist das Internet: selbst wenn da einige Rechner ausfallen würden, gibt es immer noch genügend Ersatzstrecken.

Mesh WLAN ist jetzt Stand der Technik

Der Vorteil, den wir beim WLAN daraus ziehen (meist mit drei Geräten in den aktuellen Setups) ist, dass man eine bessere Abdeckung der Wohnung oder Hauses erreicht ohne dabei an Geschwindigkeit einzubüßen (die Latenz kann sich allerdings etwas erhöhen, da das Signal evtl. über mehrere Knotenpunkte muss). Da jeder Knotenpunkt auch als Router dient, geschieht die Verteilung des Signals sehr kontrolliert. Die bisher genutzte Variante, der Repeater, hat einfach stupide das vorhandene Signal nochmal ausgestrahlt und dabei im schlimmsten Fall noch den Durchsatz halbiert. Die Mesh Systeme versprechen also bessere Abdeckung, stabilen Datendurchsatz und – obwohl technisch komplex – einfache Einrichtung. Da es viele interessante Systeme gibt, haben wir Euch zu den Kits ein paar Worte gesagt. Für Euren Einsatzzweck und Geschmack müsst Ihr natürlich selbst entscheiden, aber Ihr bekommt einen Eindruck von den wesentlichen Eigenschaften.


Mesh WLAN Alternativen zur AirPort Extreme


Linksys Velop – relativ günstig mit ausgezeichneter Performance

Linksys stellt mit dem Velop System den preislichen Nachfolger einer AirPort Extreme – und bietet beim kleinsten System damit schon zwei Funkelemente und Mesh Funktionalität. Schön ist auch, dass große und kleine Modelle der Velop Reihe untereinander kompatibel sind und gemischt eingesetzt werden können.

Wer eine größere Fläche abdecken muss, nimmt das Dreierpack, kommt es auf die beste Performance an, greift Ihr zu den etwas größeren Tri-Band-Modellen. Diese verfügen neben den üblichen 2,4 und 5 GHz Funkeinheiten über eine weitere im 5 GHz Bereich, die noch mehr Datenkapazität bereitstellt, schließlich muss auch der Verkehr zwischen den Funkelementen abgewickelt werden. Das ist praktisch, wenn sehr viel Traffic gleichzeitig anfällt, alle drei Funkmodule werden dann dynamisch genutzt. Geht es um nur um eine gleichmäßige Abdeckung eines Areals, in dem Ihr “einfach nur WLAN” haben möchtet, reichen auch die kleinen Mesh Velops.


Netgear Orbi – Schnelles Mesh System mit genügend Ethernetports

Die Netgear Orbi Mesh Produktwelt ist ähnlich aufgebaut wie bei Linksys: Es gibt Pakete mit zwei oder drei Geräten für die jeweils gewünschte Funkabdeckung sowie Modelle mit zwei oder drei Funkelementen, die dann über eine schnellere interne Vernetzung verfügen. Es stehen dann 1733 + 866 + 400 MBit/s statt 866 + 866 + 400 MBit/s zu Verfügung. Die erste Zahl gibt die Geschwindigkeit für das Meshnetzwerk an, also die Kommunikation der Knotenpunkte untereinander, die beiden folgenden die den Clients zur Verfügung stehenden Geschwindigkeiten im 5 GHz und 2,5 GHz Band.

Die Vernetzung untereinander hat Netgear exklusiv gelöst: dieser Funkbereich steht Clients gar nicht direkt zur Verfügung. Linksys hingegen verwendet die zur Verfügung stehende Bandbreite dynamisch und nutzt alle max. drei Funkmodule auch zur Ansteuerung von angemeldeten Geräten. Technisch besser ist nicht unbedingt eines von beiden, es ist eher eine Philosophiefrage. Die Netgear Orbis sind zudem etwas teurer als die Linksys, bieten dafür aber auch mehrere Ethernetports, um auch einige kabelgebundene Geräte anschließen zu können.


Asus Lyra Home Wifi – Firmwaremäßig noch nicht ganz ausgereift

Auch Asus ist im Mesh Router Markt vertreten und teilt auch seine Produktpakete nach Anzahl (zwei oder drei Elemente) und eingebauten Funkmodulen ein wie andere Hersteller (5 GHz und 2,4 GHz oder zweimal 5GHz und 2,4 GHz). Leider bleibt sich Asus hinsichtlich der Firmware treu, diese ist nämlich noch nicht hundertprozentig ausgereift.

Gerade User, die gerade noch eine AirPort Extreme in Betrieb haben, sollten sie in Ehren halten. Sei läuft extrem stabil und unterstützt so ziemlich jedes angeschlossene Gerät. Wer sich durch die Asus Geräte eine Verbesserung aufgrund des Mesh Supportes erhofft, sollte aber noch ein paar Firmwareupdates abwarten.


Google Wifi – Der einfach einzurichtende Klassiker

Das Mesh System von Google, schlicht Wifi genannt, war eines der ersten auf dem Markt, das für den Privatanwender erschwinglich und vor allem leicht einzurichten war. Das ist bis heute so.

Nicht ganz mitgehalten hat die technische Ausstattung: die Google Wifi Modelle gibt es immer nur mit einem 5 GHz und einem 2,4 GHz Funkmodul. Ein drittes, das bei hohem Traffic für Unterstützung sorgt, ist nicht erhältlich. Der Preis ist Durchschnitt.


TP Link Deco – günstig aber ausbaufähig

Die TP Link Deco Reihe gibt es nur in einer Ausführung: Das Dreierpack für um die 150 Euro. Die Funktion ist überwiegend stabil, die App ausreichend funktional. Allerdings gilt es zu beachten, dass die Router mit dem TP Link Server verbunden werden und es ist nicht klar ersichtlich welche Daten übermittelt werden.

Unterm Strich also für den Preis eine durchschnittliche Performance, die mit weiteren Updates hoffentlich noch zulegt. Wer aktuell eine extrem solide Lösung sucht, sollte eines der anderen Angebote in Betracht ziehen.


Ubiquity Amplifi Mesh Router – Der inoffizielle Apple Nachfolger

Ubiquity, gegründet von einem ehemaligen Apple Mitarbeiter, stellt von Heimroutern bis hin zu professionellen Lösungen für Stadien alles her was mit Netzwerken zu tun hat. Obwohl wir uns hier mit Mesh System beschäftigen, stellt der Router alleine für viele schon eine ausreichende Lösung dar. Dabei ist er billiger als die noch verfügbare AirPort Extreme, wartet mit einem Display auf, ist Mesh-fähig und per umfrangreicher App leicht einzurichten.

Wer später erweitern möchte kann sich die entsprechenden zusätzlichen Module einfach dazu kaufen, Besitzer von großen Wohnungen greifen gleich zum Mesh Pack. Die Ubiquity Lösung bietet die Betriebsstabilität und Qualität, die man auch von Apple gewohnt ist. Beim Funktionsumfang merkt man den professionellen Ansatz, allerdings ist man nicht gezwungen diesen auch zu nutzen und App unterstützt wunderbar. Wer also ein wirkliche professionelles Netzwerk aufbauen möchte, kommt an Ubiquity nicht vorbei – und das zu einem fairen Preis.


Tenda Nova MW6 – Der klare Preisleistungssieger.

Tenda bietet mit den drei MW6 Würfeln für 200 Euro das beste Preisleistungsverhältnis. Zwar sind auch hier nur einmal 5 GHz und einmal 2,4 GHz an Board, allerdings liegt bei diesem Mesh-System eher die gleichmäßige Abdeckung im Vordergrund als maximale Geschwindigkeit.

MU-MIMO, also das gleichzeitige Bedienen von verbundenen Clients beherrscht auch dieses günstige System, es wurde also an den richtigen Stellen gespart. Insgesamt lassen sich sogar bis zu sieben Stationen verbinden – eine gute Lösung also, wenn relativ kostengünstig viel Fläche abgedeckt werden soll.


EnGenius EMR3000 – Das billigste Angebot.

Das bisher billigste Mesh System ist das EnGenius EMR3000. Dafür bekommt auch drei Funkstationen mit Dual Band. Diese machen nur Dienst nach Vorschrift: MU-MIMO wird nicht unterstützt. Damit ist es im Prinzip ein aufgebohrter Router des alten Schlages.

Zudem scheint das System nicht stabil genug zu laufen. Für diesen Preis aktuell also eher für Experimentalfreunde, nicht für “Set-it-and-forget-it”-Kunden, die schlicht ein laufendes Netzwerk brauchen.


Freunde, vergesst das Modem nicht!

Wichtig für alle, die sich für ein Mesh System interessieren: Diese Geräte erledigen nur den Funkteil, übersetzten also nur Euer kabelgebundenes Netzwerk auf WLAN. Auch können sie den Routerpart übernehmen und damit die Verwaltung und Steuerung des Netzwerkes. Was ihr allerdings in jedem Fall braucht ist ein ADSL/VDSL Modem. Da empfehlen wir Euch wie immer das DrayTek Vigor 130 oder das ZyXEL VMG1312-B30A. Möchtet Ihr ein etwas umfangreicheres Netzwerk aufbauen den ebenfalls exzellenten Vigor 2760 oder den Nachfolger Vigor 2762, der jetzt auch VLAN Funktionalität mitbringt.

Alle Geräte laufen extrem stabil und erreichen hervorragende. Zudem gibt es bei DrayTek über lange Zeit Updates. Habt Ihr einen Kabelanschluß, so solltet Ihr von Eurem Provider ein Gerät bekommen haben. An dessen Netzwerkports könnt Ihr die Mesh Systeme dann anschließen.

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