Kommentar: Schade, dass die AirPorts gehen

Apple stellt die AirPort Router Serie ein. Da ist schade, weil die Geräte einen festen Platz in vielen Haushalten haben.

Apple hat sich entschieden in Zukunft keine Router mehr zu produzieren. Wir finden das sehr schade, schließlich gehörten die Geräte zu denjenigen, die auch gerne mal über ein Jahr einfach durchliefen ohne zwischendurch mal neu gestartet werden zu müssen.


Die AirPorts sind in Ihrer Funktionsstabilität unnachgiebig

Die AirPorts waren nie wirklich Funktionsmonster, aber standen damit eigentlich immer hinter Apples Firmenphilosophie: Das was sie können, müssen sie exzellent beherrschen und die Funktion muss auch von jedem verstanden werden könne. Und genau das ist der Fall. Nutzer, die einen mächtigen Router mit unzähligen Einstellungsmöglichkeiten gesucht haben, sahen sich selbstverständlich woanders um, aber der Einsatz der AirPorts war ein anderer.

Die Reihe war für zwei Zielgruppen gedacht: Nutzer, die einfach WLAN haben wollen und sich nicht darum scheren nach welchem Standard das erfolgt oder auf welcher Frequenz. Das Wissen beschränkt sich meist auf “Das Ding funkt.” und das ist auch keinem übel zu nehmen. Schließlich frage ich auch nicht bei jedem Brötchen nach, wie das zusammengesetzt ist. Die zweite Gruppe sind die Leute, die sich technisch sehr gut auskennen und die AirPort Extrem einfach eingesetzt haben, weil sie neben den anderen anderen Geräten, mit den sie experimentieren, einfach eines brauchten, dass extrem stabil seinen Dienst machte.

Daher findet sich die AirPort meist in drei Einsatzbereichen: Als WLAN Router hinter einem Modem, als Repeater zwei Räume weiter oder am Kabel angebunden als zusätzlicher Access Point. Und was fällt auf? Richtig, die AirPort macht eine Sache richtig gut: Das Netzwerk übers WLAN verteilen. Und das so stabil, dass man die Geräte so gut wie nie neu starten muss.

Die AirPorts haben einen so guten Ruf, dass viele Leute sogar umgekehrt eingekauft haben: Sie haben also nicht einen Router gekauft und dann die AirPort dazu, sondern haben gegoogelt, welches Modem zur AirPort passt, damit sie die Apple Funkstation einsetzen konnten. Wir haben hier die Modemauflistung und hier nochmal unsere Routerübersicht. Als Router nutzen wir beispielswiese einen DrayTek Vigor 2760, der so ziemlich alles kann, aber für den Funk hängt da die AirPort dran.


Die kleinen Teile des Ökosystems entfallen

Der Vorteil für Apple Nutzer war, dass man üblicherweise einfach ein neues Teil für sein Ökosystem von Apple kauft und weiß, dass es vielleicht etwas teurer ist als von einem anderen Hersteller, das Gerät aber einfach läuft. Nun mag Apple nicht besonders viel an den Routern verdient haben, aber jeder der sich schonmal über schlechtes WLAN geärgert hat, weiß dass ein guter Router einen großen Einfluß auf die Laune hat. Deshalb ist es besonders schade, dass gerade die stabilsten Geräte den Markt verlassen.

Auch die Konfiguration per Mac und dem AirPort Utility war vorbildlich: die AirPort war mit richtiger Konfiguration auch von unterwegs einfach zu erreichen, eine angeschlossene Festplatte blitzschnell im Netz und auch ein Gastnetzwerk brauchte nur ein paar Klicks. Eine mächtige Ergänzung zu den anderen Apple Geräten.


Die Alternativen sind vielleicht besser aber auch komplexer.

Seit der Einführung der AirPort Extreme hat sich die Technik in der Zwischenzeit einfach weiterentwickelt. Allerdings stößt das die bereits erwähnten Nutzer, die nur wissen, dass ein Router “funkt”, wieder in den Markt außerhalb von Apple. Apple hat sogar Tipps dafür ins Netz gestellt. Leider passiert damit für viele genau das, was sie vermeiden wollten, nämlich der Rückfall von der Usability auf die Technikebene. Statt zu sagen “Ich kaufe einen Router von Apple.” Muss es jetzt heißen “Ich brauche einen Router mit IEEE 802.11ac, Dual Band, WPA2 und idealerweiser MU-MIMO. Wenns geht auch mit Mesh, muss aber stabil laufen.” Für Technikfreak lustig, für alle anderen wieder ein Grund sich an Technikfreaks zu wenden. ;)


Früher war alles besser! Sogar die Zukunft!

Geht jetzt alles den Bach runter? Wie so oft: bestimmt nicht. Es ist zwar schade, dass Apple das eigene Ökosystem etwas ausdünnt anstatt die technische Entwicklung mitzumachen und die Kundenbindung zu erhöhen, aber da sind wir machtlos.

Schauen wir uns nach Alternativen um. Und da gibt es so einiges. Beispielsweise die Geräte von Ubiquiti, gegründet von Robert Pera, der selbst mal bei Apple für die AirPort Reihe zuständig war. An Alternativen mangelt es also nicht, und vielleicht ist es auch ganz gut seinen Horizont zu öffnen und zu entdecken, was andere Leute entwickelt haben.


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