Mac mini 2018 Alternative: Ein gebrauchter Mac Pro 2013

Ihr spielt mit dem Gedanken Euch einen Mac mini 2018 zuzulegen? Habt Ihr schonmal über einen gebrauchten Mac Pro nachgedacht?

Klar ist in jeden Fall: Wenn Ihr eine richtige Grafikarbeitsmaschine braucht und um die 8000 Euro Budget, dann kauft Ihr sowieso einen iMac Pro. Und alle, die ein gutes 5K Display wollen, aber nicht so viel ausgeben landen beim iMac.

Wenn Ihr aber andere Ansprüche habt und vielleicht ein 32″ Display nutzen wollt oder eines im Widescreen Format, dann braucht Ihr entweder einen Mac Pro oder einen Mac mini. Nun kostet der Mac Pro neu zwischen 3400 und 4600 Euro in den jeweiligen Grundkonfigurationen, was einen Vergleich mit dem Mac mini eigentlich unmöglich macht (wobei wir aktuell sowieso davon abraten den Pro neu zu kaufen). Nicht jedoch, wenn wir gebrauchte Mac Pros betrachten: da das Gerät seit 2013 nahezu unverändert verkauft wird gibt es sehr gute Exemplare auf dem Gebrauchtmarkt. Und das bringt die beiden Geräte einander näher: ein sehr teurer Mac Pro, der gebraucht erschwinglich wird und ein günstiger Mac mini, der nur sehr teuer aufzurüsten ist. Und da treffen sich die beiden.


Mac mini 2018 Quad-Core Core i3 vs. Mac Pro 2013 Quad-Core Xeon

Wir haben mal zwei Konstellationen herausgesucht: Zuerstmal beide Rechner in der Quad-Core Variante. Das wäre beim Mac mini ein Core i3 mit 3,6 GHz, beim Mac Pro ein Xeon E5 mit 3,7 GHz. Die Leistung ist bei beiden im Multi Core Benchmark nahezu gleichauf, beim Single Core ist der mini etwas schneller. Ausgestattet mit 32 GB RAM, einer 1 TB SSD liegen zwischen den beiden 600 Euro Preisunterschied – zu Gunsten des gebrauchten Mac Pro. Zu beachten ist natürlich, dass das eine Momentaufnahme ist, und es auf die jeweiligen Konfigurationen und Angebote ankommt. Aber wir wollten ja nur zeigen, dass sich ein gebrauchter Pro auf dem Leistungs- und Preisniveau eines gut ausgestatteten Mac mini bewegt.



Mac mini 2018 6-Core Core i5 vs. Mac Pro 2013 6-Core Xeon

Zieht man die 6 Kern Varianten der beiden Modelle für einen Vergleich heran (auch hier mit 32 GB RAM und 1 TB SSD), so liegt der Preisunterschied immerhin noch bei knapp 300 Euro. Wobei der Mac Pro sich hier dem mini in Sachen Rechenleistung geschlagen geben muss. Erst die 8 Kern Variante ist wieder schneller.


Worauf gilt es aber noch zu achten? Ein riesiger Vorteil des Mac Pro ist, dass er mit zwei richtigen Grafikkarten kommt, der Mac mini hat nur eine integrierte Intel Grafik. Die FirePro im Pro sind nun zwar schon in die Jahre gekommen und natürlich langsamer als aktuelle Modelle, aber sie sind immer noch sehr leistungsfähig und auf hohem Niveau – und schlicht vorhanden. Der mini kann in diesem Bereich gar nichts entgegen setzen und ist bei grafikintensiven Anwendungen auf eine externe GPU angewiesen, die Ihr preislich dann wieder hinzuaddieren dürft.

Aber leider hat der Mac Pro nicht nur Vorteile: zum einen liegt der Stromverbrauch unter Volllast mit 450 Watt deutlich über den 85 Watt des mini (eventuelle eGPU aber nicht vergessen!), die über 40 Watt im Idle sind nicht so schlecht, aber auch deutlich mehr als die 8 Watt es Mac mini. Zudem kommt der Mac Pro nur mit Thunderbolt 2 Ports und das hat einen Nachteil: Es lassen sich keine 5K mit einem Kabel anschließen, dafür ist die ältere Schnittstelle einfach noch nicht leistungsfähig genug. Wer also 5K will, muss sich auch einen gebrauchten 5K Monitor mit Dualkabelsupport besorgen oder einen sehr guten 4K Monitor nehmen, wie beispielsweise dieses 32″ Exemplar von Eizo.


Einen gebrauchten Mac Pro als Alternative zu betrachten kann nicht schaden

Und noch eine Sache für den neueren Mac mini: Er kann den Videocodec HEVC in Hardware codieren, was diesen Vorgang um den Faktor 20-30 beschleunigt. Legt Ihr da also Wert drauf, ist das ein Faktor den es zu berücksichtigen gilt.

Ein gebrauchter Mac Pro wird durch seinen Preis zum guten Alltags-Mac.

Was also tun? Der Mac mini ist ein gutes Angebot, wenn man Ihn nicht aufrüstet (außer die CPU), und RAM selber tausct und alles andere extern ansteckt. Zudem muss man sich im Klaren sein, dass grafiklastige Aufgaben ohne eGPU nicht so sein Ding sind. Der Mac Pro hingegen ist etwas in die Jahre gekommen, kann aber leistungsmäßig immer noch mithalten. Man hat also, kauft man ihn gebraucht, einfach ein Gerät einer anderen Philosophie zur Alternative. Wenn ein 4K Monitor reicht und nur ab und zu hobbymäßig HEVC Videoschnitt gemacht wird, so ist der Pro immer noch ein brillante Maschine.

Gerade der Fakt, dass man sich zu einem guten Preis ein Modell mit guter Ausstattung schnappen kann, macht den Pro jetzt auch einfach als Mainstreamrechner für normale Personen interessant, die eine Alternative zum iMac mit eingebautem Bildschirm suchen. Auch wenn Ihr beispielsweise einen neuen iMac mit 1 TB SSD ausstatten wollt, vergleicht den Mac Pro und guten 4K Monitor als mögliche Alternative.

(Benchmark Grafiken von Geekbench)

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