Review: Reolink Argus 2 akkubetriebene Sicherheitskamera im Test

Ihr möchtet eine moderne Überwachungskamera die sich leicht bedienen lässt, habt aber gleichzeitig keine Lust Kabel zu legen? Für diesen Anwendungszweck haben wir uns mal die Reolink Argus 2 Sicherheitskamera angesehen.

Diese kommt mit einem recht großen eingebauten Akku, Infrarot LED für die Nachtsicht, SD-Kartenslot für lokale Aufzeichnung und einem eingebautem Bewegungsmelder. Als extra gibt es zudem ein kleines Solarpanel dazu, damit die ganze Lösung wirklich völlig autotark ist.

Im Gegensatz zu anderen Lösungen, die ja häufig auf guten Ideen basieren aber schlecht umgesetzt sind sei hier schonmal verraten: Reolink hat an den richtigen Schrauben gedreht. Das fängt schon bei der guten Verpackung und der Einrichtungsanleitung an, die man tatsächlich so nennen kann und zudem auch auf Deutsch ist.


Überraschend einfache Einrichtung der Reolink Argus 2

So schlau wie einfach: die Kopplung der Kamera mit dem WLAN. Dafür gibt man nämlich einfach sein eigenes WLAN Passwort in die Reolink App ein, fotografiert den QR-Code auf der Rückseite der Argus 2 und die App generiert einen QR Code, der dann einfach von der Kamera abgefilmt wird. Das ist mal Anwendung von exisitierender Technik, die das Leben wirklich einfacher macht – und vor allem direkt funktioniert. Kleiner Tipp an dieser Stelle: schreibt Euch die Nummer der Kamera von dem kleinen QR-Sticker am besten auf. Verpackt Ihr die Kamera nämlich mit der beiligenden Silikonhülle für den Außenbetrieb und richtet danach erst die Mac App ein, kommt Ihr nicht mehr an die ID der kleinen Kamera und müsst sie wieder auspacken.

In der der gut gestalteten und auch vollständig übersetzten App habt Ihr Zugriff auf alle Einstellungen, den Akkustand und könnt auch die Auflösung des Streams nach Euren Wünschen einstellen. Achtet hier darauf, dass sich nach einem Neustart auch die Auflösung des zweiten Profils immer mit ändert (hochauflösend und flüssig gibt es zur Wahl). Das Bild ist scharf und einer Überwachungskamera angemessen. Die Nachtsicht in Räumen hervorragend, die Richweite im freien für begrenzte Bereiche auch brauchbar.


Überwachungskamera mit gutem Bild und guter Laufzeit

Wie lange aber hält nun so eine Kamer ohne festen Stromanschluß? Nach Angaben von Reolink hält der Akku um die zwei Monate, wenn zehn Mal am Tag eine Bewegung erkannt wird und eine Aufzeichnung stattfindet. Das kommt nach unserer Einschätzung nah an die Wahrheit: die Kamera ist wirklich sehr sparsam da sie im Standby nur den Bewegungsmelder einsetzt. Das Solarpanel liefert genug Strom, um bei ein paar Stunden direkter Sonneneinstrahlung den Akku um ein paar Prozentpunkte zu laden. Es ist ein gut ausbalanciertes System. Möchtet Ihr kein Solarpanel an die Wand schrauben ladet Ihr den Akku einfach per Micro-USB.

Aber kann man damit auf Livestreamen? Ja kann man, dafür ist ja die Bewegungserkennung da um zum rechten Zeitpunkt eine Verbindung aufzubauen, allerdings nicht als Dauerstream. Dafür ist das Konzept nicht gemacht. Selbstverständlich kann man mal zehn Minuten am Stück streamen, aber es ist eben kein Konzept für eine festinstallierte Kamera, die einen 24h Livestream senden soll. Die Auflösung lässt sich je nach Verbindungsgeschwindigkeit auf bis zu 1080p hochsetzen. Wir haben mit 720p, 15 Bildern pro Sekunde und 1536 kbps Bitrate gute Erfahrungen gemacht.


Einschränkungen der akkubetriebenen Reolink Argus 2

Reolink bietet nicht nur eine gut gestaltete App fürs Mobiltelefon an, sondern auch für den Mac (und auch für Windows) gibt es ein Programm, das Zugriff auf den Stream und die Einstellungen der Kamera erlaubt. Das Mac Programm hat die Eigenheit erst aufzeichen zu wollen, wenn man einmal den Speicherpfad geändert hat – das ist verkraftbar.

Es gibt aber für akkubetriebene Reolink Kameramodelle die Einschränkung, dass die Bewegungserkennung keine Aufzeichnung auf der Festplatte auslöst, ebensowenig wie die Aufnahme nach Zeitplan. Das ist den Exemplaren mit fester Stromversorgung vorbehalten. Wer also die im Desktopprogramm vorhandenen Einstellungen benutzt aber keine Funktion erreicht sollte sich also nicht wundern, das wird offiziell nicht unterstützt. Ein manuelles anstoßen zum Mitschneiden eines Livestreams funktioniert aber.

Eine weiter Einschränkung betrifft die Kompatibilität zu anderen Systemen: die Reolink Argus 2 lässt sich nicht mit Drittanbieterlösungen wie Synology verbinden. Auch das ist den Kameras mit Stromanschluß vorbehalten. Das ist aber nicht unbedingt ein Nachteil, wenn man die gute Performance der Kamera im angedachten Anwendungsszenario berücksichtigt.


Cloud Aufzeichnung, Alexa und Google Assist Kompatibilität kommen

Was leider noch nicht in Europa funktioniert aber laut Reolink in der Vorbereitung ist ist die Aufzeichnung von Videos in der Cloud. Das wäre super und gerade auch für den angedachten Anwendungszweck der Kamera exzellent: einfach an der Wand hängen und Überwachen und sobald etwas passiert einen Videoclip in die Cloud laden. So wie es jetzt ist bekommt man eine Benachrichtiung aufs Handy und kann dann dort den Videostream manuell mitschneiden oder man nutzt eben eine einsteckbare SD-Karte. Die versprochene Cloudlösung dürfte das System sehr angenehm abrunden.

Cloud Aufzeichnung für Europa kommt.

Die Kamera lässt sich bislang auch in kein Smart Home System einbinden. Reolink verspricht aber, dass in Kürze Amazon Alexa und Google Home Kompatibilität nachgereicht werden. Home Kit ist nicht angedacht. Aber auch ohne Einbindung in ein übergeordnetes System ist die Reolink Lösung sehr alltagstauglich. Der Bewegungsmelder lässt sich über einen tap in der App schnell ein- und abschalten. Etwas eleganter wäre noch ein kleines Widget fürs Kontrollcenter, aber man kann ja nicht alles haben. Und unterm Strich überzeugt die Kamera mit einer sehr guten Alltagstauglichkeit.


Fazit: Ein sehr gutes Paket, das zudem einfach einzurichten ist

Wir müssen sagen, dass uns die Kamera positiv überrascht hat. Bislang war die Zeit, wo Hardware immer günstiger wurde, diese aber teils schwierig einzurichten war. Nun scheint die Zeit gekommen, in der sich die Hersteller auf ein gutes Rundumpaket zu konzentrieren scheinen.

Reolink hat dabei alles richtig gemacht: eine gute Anleitung, einen einfachen Vorgang zum Anmelden der Kamera im WLAN, eine eigene (kommende) Cloudlösung, ein mitgelieferter Wandhalter samt Bohrschablone, sehr stabile Funktion, eine vollständig übersetzte und schön gestaltete App. Zudem bietet der Akku viele Einsatzmöglichkeiten: den schnellen Aufbau zu Hause für die Überwachung des Gartens draußen, die neue Waschmaschine im Keller oder die Kinder nebenan. Die Kamera lässt sich das des Gewichts überall stabil platzieren und man kann streamen.

Gut, Home Kit fehlt, die anderen beiden Ökosysteme werden nachgereicht. Für sehr sehr viele Überwachungsszenarien ist es aber völlig egal ob sich die Kamera in einem größeren Kontext befindet. So wie Usability um die Reolink Argus 2 gestaltet ist, ist sie bereits sehr empfehlenswert.



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