Review: TP-Link TL-WR841N WLAN Router im Test

Es ist eines der günstigsten Router Modelle, die man kaufen kann: der TP-Link TL-WR841N, unter zwanzig Euro kostet ein Exemplar. Aber taugt es auch was?

Bei uns im Test ist die v8 Hardwareversion, verkauft wird aktuell die v14. Leistungsmäßig sind sich aber alle mehr oder weniger ähnlich, alle haben einen Prozessor mit um die 500 MHz, besitzten 4 MB Flashspeicher für die Firmware und 32 MB Arbeitsspeicher. Auf der Rückseite gibt es einen WAN Port und vier Ethernetports, alle nach 100 MBit/s Standard. Gefunkt wird auf 2,4 GHz mit zwei Antennen: an Macs sind somit maximal 145 MBit/s drin. Der maximale NAT Durchsatz beträgt knapp 90 MBit/s down und knapp 100 up – hier liegt die Beschränkung in den Fast Ethernetports.

Aber wieviel lässt der Router denn davon übers WLAN durch? Bei unserer üblicher Messung im gleichen Raum/zwei Räume weiter erreichten wir 65 Mbit/s down, 55 Mbit/s up sowie 4 Mbit/s down, 1 Mbit/s up. Damit ist der Router im Nahbereich gut. Bei einer schwierigen Funkstituation durch zwei Wände, bei der auch teurere Router regelmäßig eingebremst werden, merkt man aber den Preis und die Leistung sinkt rapide.

Überhaupt der Preis: unter 20 Euro für einen kompletten Router! Auf Fotos mag er etwas seltsam aussehen, in der Realität ist eine Gestaltung mit einer Mischung aus Wolke und fluffigem Kissen aber ganz schön anzusehen. Überlicherweise rächen sich billige Preise ja spätestens bei der Konfiguration oder der Stabilität. Nicht so hier: die Funkreichweite ist wie gesagt beschränkt, alles andere funktioniert aber bestens. Die Firmware ist stabil und, obwohl sie den Charme eines 90er Routers hat, gut zu bedienen und sogar recht umfangreich für diese Routerklasse.

Sogar eine einfache Quality of Service Einstellung ist vorhanden, ebenso wie VPN Passthrough und selbst einfache Elterneinstellungen zu Kontrolle von Kinderrechnern ins Internet (an/aus möglich nach Zeitplan). Sehr schön: auf jeder Konfigurationsseite gibt es rechts einen ausführlichen Text, der die Optionen erklärt (Englisch). Unsere v8 Hardwareversion verfügt sogar über zwei mechanische Schalter auf der Rückseite: einen Ein/Ausschalter und eine Schalter zum Abschalten des WLAN. Echte Schalter! Das ist mal positiv hervorzuheben.

Ebenso fantastisch wie überraschend: wir haben Ihn unser existierendes Netzwerk gehängt und er hat sich, nachdem er eine IP Adresse per DHCP vom Hauptrouter erhalten hat, selbst eingerichtet, so dass er sofort als weiterer Router nutzbar war (Routerkaskade). Das passiert selten und hat uns ziemlich verblüfft. Die WLAN Einrichtung ist aber auch mit dem angebotenen Quick Setup gut gelöst.

Einfach. Gut.

Wir hatten ehrlich gesagt ein billiges Produkt mit all seinen Nachteilen befürchtet. Aber das Gegenteil ist der Fall: Der günstige Preis hat dazu geführt, das TP-Link das Produkt sozusagen auf die Funktion eingedampft hat: das Internet zu verteilen. Es hat zwar ein Gehäuse und eine Bedienoberfläche, aber nur das weil das in der echten Welt noch nötig ist. Ist er einmal eingerichtet und im Schrank versteckt, macht er das was sich TP-Link gedacht hat: seine Funktion erfüllen und in Vergessenheit geraten. Und wie üblich ist das bei Technik ja eine gute Sache.

Stellt sich noch die Frage nach Firmwareupdates: die Firmwareversion für die v8 Version stammt aus 2017 und laut diesem Artikel gibt es zwar keine gefixte Version wegen des KRACK Problems, dennoch sollen Hardwarerevisionen vor v12 nicht betroffen sein. Wir gehen aber auf Nummer sicher und verpassen dem kleinen günstigen Router WL-WR841N eine modernere Firmware. Die Anleitungen für die Installation von DD-WRT und die Installation von OpenWRT folgen. Damit wird das kleine TP-Link Modell endgültig zum Schnäppchen.



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