Review: Synology DS115j vs. DS119j im Test

Synologys kleinste Disk Station ist aktuell die DS119j. Wir haben diese der ausgelaufenen DS115j gegenüber gestellt und sagen Euch ob sie ein guter Kauf ist.

Kommen wir zuerstmal zu den Unterschieden, schließlich fragt man sich gleich, welche technische Fortentwicklung es zwischen dem 2015er (DS115j) und dem 2019er Modell (DS119j) gegeben hat. Um es kurz zu machen: es hat sich nur was an der CPU getan. Anstelle des Einzelkernprozessors mit 800 MHz im alten Modell gibt es nun eine Doppelkern-CPU mit 800 MHz. Immerhin. Der Rest bleibt völlig identisch: Gehäuse für eine 3,5″ Festplatte, ein Gigabit Ethernetport, zwei Mal USB 2.0, 256 MB Arbeitsspeicher.

Kleiner Nachteil der höheren Rechenleistung in der neuen Variante: Der Standby Stromverbrauch steigt von 3,85 Watt mit Festplatte im Standby auf 5 Watt an.

Die Synology ist einfach selbst zusammenzubauen

Die Synology lässt sich selbst sehr einfach mit einer Festplatte bestücken. Einfach das gewünschte 3,5″ Modell auswählen und mit ein paar Schrauben im Gehäuse befestigen, dann das Kunststoffgehäuse drüber und wieder die Schrauben festgezogen. Fertig und einsatzbereit, der Rest passiert von selbst mit der guten Software von Synology.


DS115j vs. DS119j: starke Ähnlichkeit, überschaubare Rechenleistung

Was bringt uns also das mehr an Rechenleistung? Nun es macht die Nutzererfahrung etwas besser, aber eben nur etwas. Da der Arbeitsspeicher nach wir vor begrenzt ist und auch der Doppelkernprozessor nicht über 1 GHz Takt kommt, hat es eher mit einem gemütlichen Vertreter eines NAS zu tun.

Zwar bietet Synology auch für die kleinen Modelle fairerweise das komplette DSM als Betriebssystem, allerdings sind viele Pakete davon in der Praxis einfach nicht sinnvoll nutzbar. Dazu gehört etwa DS video. Für DS photo gibt es zusätzlich ein Mac Programm (Photo Station Uploader), dass es Euch erlaubt die Bilder auf dem Mac mit Vorschaubildern zu versehen und die Rechenleistung dort abzurufen. Damit lässt sich, auch mit der passenden iOS App, ganz ordentlich arbeiten. Direktes Umrechnen mit der Synology macht aber einfach keinen Spaß. Zum Ausprobieren ist das völlig ok, aber selbst bei der DS119j braucht man eine Menge Geduld. Das Transcodieren für Videos ist völlig uptopisch und solltet Ihr sein lassen.

Die Transfergeschwindigkeiten für Daten liegen bei beiden Varianten beim Lesen so um die 100 MB/s, beim schreiben schafft die alte um die 60 MB/s, die neue auch knapp 100 MB/s. Für ein Backup von einem Mac mit Time Machine oder als einfacher Dateiserver also völlig ausreichend. Wollt Ihr aber verschlüsselte Ordner benutzen streicht den Gedanken lieber wieder. Die DS115j zeigte da teils einstellige Übertragungsraten, die DS119j war auch nur knapp zweistellig. Wenn Ihr aber auf dem Mac Vile Fault benutzt, ist auch das Backup automatisch verschlüsselt, bevor es die Synology überhaupt erreicht, Ihr behaltet dann also die schnellere Geschwindigkeit bei.


Die Synology DS119j ist eine gute Netzwerkfestplatte

Möchte man Dienste nutzen wie SFTP ist das schon ein sinnvollerer Einsatzzweck. Die Rechenleistung, die beide Geräte bieten, prädestinieren sie nämlich vor allem für eines: als Netzwerkfestplatte. Und wir grenzen das bewußt ab von einem NAS mit seinen tausend Funktionen. Wenn Ihr die beiden kleinen Geräte einfach als Speicher seht, der am Netz hängt, werdet Ihr mit Ihnenn glücklich. Sinnvolle Einsatzzwecke sind:

  • Dateiserver (unverschlüsselt)
  • Time Backup Laufwerk im lokalen Netz
  • SFTP Backupziel übers Internet
  • Musikserver

Und genau so läuft sie jetzt auch im Netz: zwei Macs machen lokale Backups auf der Synology, zwei weitere machen das per SFTP. Damit kommen beide Geräte noch gut klar, haben auch zu mehr einfach keine Kapazitäten mehr. Allerdings kann man sich für 99 neu für eine DS119j und um die 50-60 Euro gebraucht für eine DS115j auch nicht beschweren. You get what you pay for. Was nämlich nicht leidet ist die Stabilität, diese ist hervorranged.

Mehrere hundert Gigabyte Backup über Tage per SFTP (Ihr wisst schon, deutsche Internetleitungen im Upload) sind gar kein Problem. Dabei ist die Synology sehr leise und auch der Lüfter macht so gut wie keinen Krach, das ist wirklich sehr angenehm. Die Gummifüße haben zudem Ihren Anteil dass das Ensemble nicht brummt. Nehm Ihr dann noch eine leise Festplatte ist der Nervfaktor tatsächlich sehr gering.


Fazit: die DS119j ist etwas schneller, das ermöglicht aber nur kleine Sprünge

Festzustellen bleibt, dass die neuere Version mit mehr Rechenleistung aufwartet. Dennoch ist das zu wenig, um auch den Einsatzzweck bedeutend zu erweitern. Wer die genannten simplen Aufgaben für die Geräte angedacht hat, wir mir Ihrer Stabilität und Sparksamkeit und Lautstärke sehr zufrieden sein. Auch ein Musikserver liegt im Bereich des Möglichen oder auch einfache Synchronisationsaufgaben mit Synology Drive (dann aber wirklich nur eine handvoll Dateien). Für alles also, dass nur Speicherplatz am Netz braucht, sind die beiden kleinen Kisten aus 2015 und 2019 gut zu gebrauchen.

Möchtet Ihr aber eine Synology nicht nur als Datengrab benutzen, sondern diese wirkliche Aufgaben übernehmen lassen wie die Fotoverwaltung, das Transcodieren von Videos, eMail Server oder gar Virtualisierungen, dann müsst Ihr schon etwas höher ins Regal greifen. Wir raten da ganz deutlich zu Modellen mit vier Kernen. Die teurere DS118 bietet sich da an, diese ist mit einem Quad-Core-Prozessor und 1,4 GHz gut ausgestattet.

Sollen es zwei Laufwerkseinschübe ein, dann kommt auch die DS218j in Betracht. Diese hat zwar nur einen Doppelkernprozessor, dieser hat aber 1,3 GHz und auch der Arbeitsspeicher liegt mit 512 MB auf vertretbarem Niveau. Das überschreitet die Grenze zu praktischen Nutzbarkeit – Videotranscodieren mal außen vor.



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