Noch neutral? Apple kassiert FlickType Tastatur App für Blinde

FlickType

Ein Entwickler kämpft nicht weiter gegen Apple und gibt auf.

An der Neutralität des App Stores von Apple gibt ja anhaltend Kritik: es ist von einem Monopol die Rede, teilnehmende Unternehmen beklagen die hohen Gebühren von 30%, andere die Ungleichbehandlung von sehr großen Firmen, die nur 15% zahlen etc.

Was häufig unter den Tisch fällt ist der Umstand, dass Apple jede App bewertet und durchsieht, bevor sie in den App Store gelangt. Es ist also wie bei den alten Römern: Daumen hoch oder Daumen runter. Dass Apple viele Apps passieren lässt, die auch Kinder in eine Abofalle treibt, ist bekannt. Schließlich rechnet sich das und wo das Geld herkommt ist ja egal.

FlickType Twitter

Aber Apple scheint auch manchmal sehr persönlich zu agieren. Aktuelle wird ein Update der App FlickType, eine hilfreiche Tastatur App für Blinde, nicht Apple zugelassen. Wie der Entwickler Kosta schreibt bemängelt Apple, dass die App vollständigen Zugriff aufs System benötige. Das stimmt aber laut Aussage des Entwicklers gar nicht. Das gleiche Problem sei vor drei Jahren schon einmal aufgetreten. Damals ließ sich das Testteam ganz einfach mit einem Test überzeugen: sie mussten die App einfach nur starten und sie lief fehlerfrei. Den hochkomplexen Vorgang des App Startens möchte das Testteam aktuell wohl nicht eingehen und lehnt daher die App einfach ab.

Der Entwickler hat genug, er hat inzwischen 40 Seiten mit Ablehnungen von Apple und gibt auf. Eine irgendwie verständliche Reaktion.

Wichtig zu wissen bei diesem Umstand, dass Kosta schon länger nicht gut auf Apple zu sprechen ist. So kritisiert er viele betrügerische Apps, die zwar viel Geld einbringen, den Leuten aber schaden – Apple lässt die Anbieter dieser Apps jedoch gewähren. Auch kritisiert er Apple dafür gegen Scam Apps, also Programme, die die Ideen von anderen klauen, nicht genug vorgeht. Hier wurde sogar Klage eingereicht.

Ob Apple hier nun aus gekränktem Ehrgefühl handelt, ein faules Testteam hat oder technisch und moralisch einwandfrei handelt: diese Einschätzung bleibt Euch überlassen. Für den Endkunden heißt es aktuell: eine weitere praktische App geht wahrscheinlich flöten.

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