Final Cut Pro: Filmschaffende mit offenem Brief an Tim Cook

Final Cut Pro open letter

Ist Final Cut Pro immer noch ein wichtiges Programm für Apple?

112 Schaffer aus der Film und TV Branche haben sich mit einem offenen Brief an Tim Cook gewandt. Sie wünschen sich, dass Apples Management sich besser um Final Cut Pro und seinen Einsatz in der Industrie kümmert.

Es ist also keine Kritik an der Software selbst sondern daran, wie Apple die Software verwaltet und auch weiterentwickelt. Die Nutzer wünschen sich, dass Apple die Software in der Branche besser vertritt und auch Funktionen einbaut, die heutzutage für modernen Workflow notwendig sind, so beispielsweise der gemeinsame Zugriff auf die Medienbibliothek. Bei der komplexen Produktion müssen viele Rädchen ineinander greifen und Final Cut Pro ist sowohl in der Bedienung eher auf eine Einzelperson ausgelegt als auch die Vermarktung des Programmes. Die Unterzeichner wünschen sich nun, dass sich das ändert.

Es ist natürlich nachzuvollziehen, dass sich Anwender, die gut mit der mächtigen Software zurechtkommen, sich wünschen, dass auch neue, für den modernen Workflow notwendige Features hinzukommen. Allerdings ist das natürlich ein Wunsch, den man vor der Geschichte von Apple Produkten sehen muss, die sich an (semi)professionelle gewendet haben. So war der Bruch von Final Cut Pro 7 zur neueren Version für viele Anwender zu abrupt, Aperture zur Fotoverarbeitung gibt es gar nicht mehr, Apple Server wurde (in den früher angebotenen umfangreichen Funktionen) eingestellt.


Ist Final Cut Pro noch wichtig für Apple?

Es stellt sich also die Frage wie Apple Final Cut Pro bewertet: soll es wirklich weiterhin als Konkurrenz zu AVID, Adobes Premiere Pro und DaVinci Resolve stehen? Dann bräuchte es viel mehr Entwicklungsarbeit. Dieses steht aber in krassem Widerspruch zu einem Faktor, den alle eingestellten Produkte gemeinsam haben: der Markt war zu klein. Apple hat sich schon länger vom Ziel verabschiedet ein umfangreiches Ökosystem mit jeweils den besten Lösungen anzubieten und sowohl die genannten Programme fallen gelassen als auch die komplette Router Sparte. Da man davon ausgehen kann, dass Apple mit Final Cut Pro kein Geld verdient liegt also nach bisherigem Handlungsmuster eigentlich eher die Einstellung des Programms als die drastische Weiterentwicklung an.

Da Apple keine Roadmap für die Software oder irgendeine Art des Supportzeitraumes angibt, ist das gerade für Neueinsteiger eine unübersichtliche Situation. Gerade wer mal auf FCP7, Aperture oder Apple Server (oder gar alles drei) gesetzt hatte weiß davon ein Lied zu singen – es ist aktuell nicht einzuschätzen ob Final Cut Pro ein wichtiges Produkt ist oder das nächste das gestrichen wird. Falls Ihr also gerade überlegt in welches Ökosystem Ihr einsteigen sollt: Final Cut Pro bietet einen 90tägigen Testzeitraum. Aber DaVinci Resolve könnte für viele das bessere Angebot sein: die Grundversion bis zu einer 4K Auflösung und ohne die DaVinci Resolve Studio Funktionen kostet schlicht – gar nichts.

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