Kalifornien plant Gesetz zum “Recht auf Reparatur”

Der US Bundesstaat Kalifornien bereitet ein Gesetz vor, dass es für Besitzer und unabhängige Reparaturbetriebe einfacher machen soll Smartphones zu reparieren.

Wie macrumors berichtet bereitet die kalifornische Politikerin Eggman eine entsprechende Initiative vor. Kalifornien ist allerdings nicht der erste Staat, der solch ein Gesetz einführt. Eine ähnliche Gesetzgebung gibt es bereits in Washington, Massachusetts, Vermont, New York, Hawaii, Illinois, Iowa, Kansas, Minnesota, Missouri, North Carolina, Nebraska, New Hampshire, New Jersey, Oklahoma, Tennessee, und Virginia. Besonders interessant ist Kalifornien jedoch, weil dort jetzt schon ein recht strenges Gesetz gilt, was Apple beispielsweise verpflichtet bis zu sieben Jahre alte Produkte noch zu reparieren. Normalerweise (auch in Deutschland) hört die Unterstützung schon viel eher auf.

Technische Geräte sollen länger funktionieren.

Die Pro-Argumente sind klar: Es soll weniger Elektroschrott anfallen, die User und Reparaturbetriebe sollen ermächtigt werden selbst Reparaturen durchzuführen und die Preise sollen sinken. Zudem soll man nicht auf den Originalhersteller für ein Instandsetzen angewiesen sein. Das ist eine ähnliche Situation wie es auch in Deutschland bei der Autoreparatur herrscht: auch dort müssen technische Informationen inzwischen auch freien Werkstätten zugänglich gemacht werden.

Dagegen spricht, dass eine Reparatur nicht immer trivial ist. Wer schonmal bei einem iPhone 7 das Display gewechselt hat weiß, dass man beim Ausbau des Homebuttons nur Husten muss (übertrieben ! :)) um ihn irreparabel zu beschädigen. Insofern ist es nicht unbedingt falsch die Hürden so hoch zu setzen, dass sich wirklich nur die Leute diesen Schritt zutrauen, die sich dem auch gewachsen fühlen. Zudem ist sind in iPhones beispielsweise recht wenige Bauteile noch zu wirklich selbst zu reparieren, dazu gehören Display und Akku. Sollte der Fehler auf dem Board sein, muss sowieso ein spezialisierter Betrieb ran (wie dieser hier), die es aber jetzt sowieso schon können.

Wichtig ist die Versorgung mit hochwerigen Ersatzteilen.

Unsere Meinung: beide Seiten haben recht. Ein guter Kompromiss wäre die gleiche Situation wie bei der Fahrzeugreparatur: Teile müssen vom Originalhersteller zur Reparatur allen frei zugänglich gemacht werden, auch über eine lange Zeit, hinzu kommen die technischen Informationen. Wesentliche Dinge wie die Programmierung eines Steuergerätes – beim iPhone beispielsweise die des Homebuttons – können in der Macht der Herstellers bleiben. Wenn das Ziel ist, technische Geräte lange am Leben zu halten sollte man entsprechende Maßnahmen ergreifen und nicht versuchen sämtliche Informationen öffentlich zugänglich zu machen.

Zudem: wer bei komplexen Reparaturen schonmal verglichen hat wird feststellen, dass Apples Preise gar nicht so hoch sind. Bei Dingen, die Apple verweigert, findet man nach einiger Suche zudem Betriebe, die die meisten Reparaturen jetzt schon durchführen können.

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