2022: Siri Performance unter iOS 15 teils schlechter als 2017

Siri iOS 14

Siri fällt in einigen Bereichen zurück.

Wir kriegen immer wieder Fragen von Umsteigern auf Apple aus dem Bekanntenkreis, die vorher Amazons oder Googles Sprachassistenten genutzt haben, weil sie denken mit Siri etwas falsch zu machen. Häufig wundert man sich, dass Siri nicht so reagiert, wie man es erwartet oder je nach Formulierung der Frage eine andere Antwort ausgibt.

Da wir Siri inzwischen nur noch zum Stellen eines Timers oder zum Abspielen von Radiosendern verwenden, haben wir uns am Wochenende mal wieder dran gesetzt die Standardfragen, die wir seid 2017 und iOS 11 immer mal wieder nehmen, erneut auszuprobieren.


Siri nähert sich dem Niveau des Google Assist von 2017

Was sich positiv festhalten lässt: die Steuerung auf dem iPhone ist besser geworden. So öffnet das System jetzt anstandslos die „1LIVE“ App und erkennt die Zahl im Namen. Auch kann Siri nun auf Zuruf in andere Sprachen übersetzen. Der Abstand zu dem Google Assistant von 2017 ist also etwas geschrumpft.


Zwei Sprachen gleichzeitig mag Siri nach wie vor nicht

In anderen Bereichen gab es jedoch keine Verbesserung, beispielsweise bei der Verwendung in Deutsch und dem Nutzen von englischen Band und Songtiteln. So macht Siri immer noch häufig aus „Beastie Boys“ „Biest die Boys“. Das ist teilweise auch bei der Musiksteuerung sehr anstrengend.


Siri liefert überdurchschnittlich viele falsche Antworten

Was uns jedoch etwas geschockt hat ist, dass viele Funktionen, die unter iOS 14 noch korrekt liefen, jetzt nicht mehr funktionieren. Dazu gehören beispielsweise Anschlußfragen. Folgt also auf die Frage „Wer ist Donald Trump?“ die Frage „Wie alt ist er?“ hat man auf älteren Versionen die Antwort bekommen. Unter iOS 15 bekommt man ein Fenster mit „dem Resultat einer Websuche“. Einigermaßen seltsam.

Noch schlimmer wiegt jedoch, dass Siri nun auf Anfragen falsche Antworten ausgibt. Die Frage nach dem Bundeskanzler lieferte ja unter iOS 14 nur einen Eintrag der Wikipedia zur allgemeinen Definition – immerhin nicht falsch, das geschieht unter iOS 15 auch. Die präzise Frage „Wer ist Bundeskanzler Deutschlands?“ beantwortet Siri jedoch mit Frank-Walter Steinmeier. Dieser ist jedoch Bundespräsident, nicht Bundeskanzler. Hier heißt es also aufpassen. Korrekt beantwortet Siri die Frage wenn man nach „Bundeskanzler in Deutschland“ oder „Bundeskanzler von Deutschland“ fragt. Das hat schonmal besser geklappt.

Auch wenn man nach dem Veröffentlichungsdatum von Sabotage von den Beastie Boys fragt bekommt man nun eine falsche Antwort. Wurde vorher der Song erkannt und dem richtigen Jahr zugeordnet, jetzt bekommt man nun das Gründungsjahr der Band angezeigt. Völlig falsch ist auch das Datum, dass Siri anzeigt, wenn man nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschlands fragt. Statt 1949 bekommt man das Jahr 843, das allerdings deutlich zu früh ist und auf den Vertrag von Verdun verweist.


Siri ist nach wie vor für einfache Aufgaben tauglich

Siri ist also nach wie vor nicht auf dem gleichen Level wie andere Gesprächsassistenten. Wer einen aktuellen BMW hat, wird feststellen, dass deren System für bestimmte Aufgaben schon besser ist als wenn man Siri benutzt. Das ist einigermaßen enttäuschend. Siri hat 2022 immer noch nicht die Präzision oder den Umfang von Googles Assistant erreicht – was nicht so schlimm wäre, schließlich bekommen wir mit Siri deutlich mehr Datenschutz.

Warum sich allerdings Siri zurückentwickeln muss und nun auch völlig falsche Antworten ausgibt, die vorher sauber beantwortet wurden ist fragwürdig. Der Umstand, dass viele Siri nur noch für die Steuerung Ihrer Heimautomation und zum Musikhören nutzen erklärt sich damit. Für wichtige Fragen ist aktuell zu viel Kontrolle nötig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Close
Available for Amazon Prime