6 Gründe warum Apples Software nicht immer besser wird

Neue Softwareversion, neue Probleme? Ein ehemaliger Apple Entwickler listet ein paar Gründe auf.

David Shayer hat 18 Jahre lang für Apple gearbeitet und einen sehr interessanten Artikel im Apple Blog TidBITS geschrieben. Wir fassen seine Erläuterungen hier nur zusammen, Ihr solltet den ganzen oben verlinkten Artikel lesen.


6 Gründe, die zu verbuggten macOS und iOS Systemen führen

Aktuelle Versionen sind macOS Catalina und iOS 13. Catalina löscht eMails, streicht Schnittstellen und legt teilweise ganze Rechner lahm, so dass schon schnelle Zwischendurch-Updates notwendig sind. Auch iOS 13 führt Funktionen ein, die Inkompatibilitäten nach sich ziehen, manchmal mit Vorwarnung, manchmal schlicht ohne.

David Shayer listet diese sechs Punkte für eine solche Situation auf:

  • Zu viele Features, Entwickler wollen nicht zugeben, wenn sie den Zeitplan nicht einhalten können
  • Automatische Crash Reports zeigen andere Bugs nicht
  • Weniger schlimme Bugs werden seltener bearbeitet
  • Neue Fehler werden korrigiert, alte nicht
  • Automatische Tests werden zu wenig genutzt
  • Die Komplexität ist stark gestiegen

Dass heutige Software sehr umfangreich ist, dürfte kein Geheimnis sein. Diese Komplexität, die auch dadurch entsteht, dass alle Geräte über die iCloud abgeglichen werden, führt zu sehr viel Code, den es zu kontrollieren gilt. Dabei ist ein automatisches Testen praktisch und zeitsparend. Laut David Shayer wäre dies ein Bereich, den Apple noch verbessern könnte, da noch sehr viel auf manuelles Testen zurückgegriffen werde.

Fall eine Software einen Fehler aufweist, so wird dieser gelistet und dann bearbeitet. Apple unterscheidet hier allerdings, ob der Bug auftritt, weil die neue Funktion ihn verursacht hat oder ob es ein Bug ist, der schon in einer älteren Version bestand. Absurd: ist es ein neuer Bug, wird er gefixt, ist er schon älter, bleibt alles wie es ist.

Mehr Features, weniger Produktpflege.

Manche Bugs treten im alltägliche Betrieb auf, werden aber nicht durch den systemeigenen Crash-Reporter an Apple geleitet. Dann kann es passieren, dass diese Probleme gar nicht angegangen werden. Beispiele dafür: der iCloud Fotostream, der nicht synchronisiert oder der bekannte Umstand dass ein Time Machine Backup irgendwann einfach korrupt wird.

Dies alles hat auch damit zu tun, dass Apple für die Veröffentlichungen einen Jahresrhythmus vorgegeben hat und zudem auch immer neue Funktionen einführen will (achtet mal drauf wieviele von den neu gelisteten Dingen Ihr wirklich nutzt – wen interessiert zum Beispiel Screentime?). Diese fressen dann die Entwicklungszeit während alte Bugs immer weiter mitgeschleppt werden.

Das eigene Ökosystem wird inkompatibel.

Laut David Shayer ist sich Apple dieses Problems bewusst, schließlich betrifft es teilweise Standardfunktionen, die nicht funktionieren und die inzwischen auch einen starken Einfluß auf das Image von Apple haben. In einem Ökosystem, das früher “einfach lief” muss man inzwischen die Augen die Augen aufhalten welche offiziell noch unterstützten Elemente überhaupt noch zusammenarbeiten oder überhaupt noch gepflegt werden. Und das sollte eigentlich Aufgabe des Unternehmens, nicht des Kunden sein.

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